Im Folgenden finden Sie aktuelle News aus dem Forum Nachhaltiges Palmöl, Hinweise zu anstehenden Veranstaltungen und Informationen rund um das Thema Nachhaltiges Palmöl.
Regelmäßig informieren wir Sie mit dem Newsletter des Forums Nachhaltiges Palmöl über die wichtigsten Ereignisse rund um das Forum. Darüber hinaus halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen im Palmöl-Sektor auf dem Laufenden und geben einen Überblick über wichtige Termine und weitere Neuigkeiten. Zusätzlich erhalten Sie einen Ausblick auf die Themen, an denen das FONAP arbeitet.
Hier wird Ihnen die Möglichkeit eingeräumt, den Newsletter des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. zu abonnieren. Welche personenbezogenen Daten bei der Bestellung des Newsletters an den für die Verarbeitung Verantwortlichen übermittelt werden, ergibt sich aus oben stehender Eingabemaske.
Das Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. informiert in regelmäßigen Abständen im Wege eines Newsletters über Angebote des Vereins. Der Newsletter kann von der betroffenen Person grundsätzlich nur dann empfangen werden, wenn (1) die betroffene Person über eine gültige E-Mail-Adresse verfügt und (2) die betroffene Person sich für den Newsletterversand registriert. An die von einer betroffenen Person erstmalig für den Newsletterversand eingetragene E-Mail-Adresse wird aus rechtlichen Gründen eine Bestätigungsmail im Double-Opt-In-Verfahren versendet. Diese Bestätigungsmail dient der Überprüfung, ob der Inhaber der E-Mail-Adresse als betroffene Person den Empfang des Newsletters autorisiert hat.
Bei der Anmeldung zum Newsletter speichern wir ferner die vom Internet-Service-Provider (ISP) vergebene IP-Adresse des von der betroffenen Person zum Zeitpunkt der Anmeldung verwendeten Computersystems sowie das Datum und die Uhrzeit der Anmeldung. Die Erhebung dieser Daten ist erforderlich, um den(möglichen) Missbrauch der E-Mail-Adresse einer betroffenen Person zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehen zu können und dient deshalb der rechtlichen Absicherung des für die Verarbeitung Verantwortlichen.
Die im Rahmen einer Anmeldung zum Newsletter erhobenen personenbezogenen Daten werden ausschließlich zum Versand unseres Newsletters verwendet. Ferner könnten Abonnenten des Newsletters per E-Mail informiert werden, sofern dies für den Betrieb des Newsletter-Dienstes oder eine diesbezügliche Registrierung erforderlich ist, wie dies im Falle von Änderungen am Newsletterangebot oder bei der Veränderung der technischen Gegebenheiten der Fall sein könnte. Es erfolgt keine Weitergabe der im Rahmen des Newsletter-Dienstes erhobenen personenbezogenen Daten an Dritte. Das Abonnement unseres Newsletters kann durch die betroffene Person jederzeit gekündigt werden. Die Einwilligung in die Speicherung personenbezogener Daten, die die betroffene Person uns für den Newsletterversand erteilt hat, kann jederzeit widerrufen werden. Zum Zwecke des Widerrufs der Einwilligung findet sich in jedem Newsletter ein entsprechender Link. Ferner besteht die Möglichkeit, sich jederzeit auch direkt auf der Internetseite des für die Verarbeitung Verantwortlichen vom Newsletterversand abzumelden oder dies dem für die Verarbeitung Verantwortlichen auf andere Weise mitzuteilen. Weiterführende Hinweise zum Datenschutz können Sie in der Datenschutzerklärung nachlesen.
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
welche Fortschritte und Neuigkeiten gibt es rund um nachhaltiges Palmöl? Und was passiert aktuell im Forum Nachhaltiges Palmöl?
Nach zwei Jahren voller virtueller Treffen und Videokonferenzen war die Freude groß, am 12. Mai im Rahmen der FONAP Mitgliederversammlung erstmals wieder in Präsenz zusammenkommen zu können. Auf der Tagesordnung der Veranstaltung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) standen unter anderem die nationalen und europäischen Gesetzgebungsverfahren im Zusammenhang mit nachhaltigen Agrarlieferketten.
Ein Jahreshighlight markierte der Start des neuen FONAP-Mitgliedsprojekts in Indonesien am 1. März. Was ist bislang im Tanjung Jabung Barat Distrikt geschehen? Wir informieren Sie über den Projektstart und zeigen erste Eindrücke aus der Projektregion. Zudem teilen wir mit Ihnen die neuesten Aktivitäten und Partnerschaften unserer Mitglieder mit Bezug zu nachhaltigem Palmöl sowie die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA).
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Kennen Sie bereits unseren Twitter-Kanal? Seit Neuestem finden Sie uns auch auf LinkedIn. Schauen Sie vorbei!
Kurz+Info
+Mitgliederversammlung am 12.05.2022 in Berlin und digital
Ein Wiedersehen, das wir uns schon sehr lange gewünscht haben: Neben aktuellen vereinsrelevanten Prozessen und Themen standen bei der jährlichen FONAP-Mitgliederversammlung die nationalen und europäischen Gesetzgebungsverfahren im Zusammenhang mit nachhaltigen Agrarlieferketten im Vordergrund.
Eindrücke von der FONAP - Mitgliederversammlung. © Frederic Schweizer
Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Manuela Rottmann vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Unterabteilungsleiterin Anke Oppermann vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstrichen die wichtige Bedeutung von Multiakteurspartnerschaften wie FONAP, um globale Agrarlieferketten nachhaltig zu gestalten und Krisen gemeinsam zu bewältigen.
Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Manuela Rottmann (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) unterstrich Nachhaltigkeit als grundlegende Voraussetzung für eine zukunftsfähige Rohstoffversorgung.© Frederic Schweizer
Eine vertiefende fachliche Einordnung des Legislativvorschlags der Europäischen Kommission zu entwaldungsfreien Lieferketten kam von Matthias Schwoerer, Leiter des Referats für Europäische und Internationale Waldpolitik im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Eine Pressemitteilung des Ministeriums anlässlich der Mitgliederversammlung mit dem Titel "Zertifiziertes Palmöl zahlt sich aus: Nachhaltigkeit ist zentrale Voraussetzung für eine zukunftsfähige Rohstoffversorgung" finden Sie finden Sie hier.
Unterabteilungsleiterin Anke Oppermann (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) betonte die Bedeutung von Multiakteurspartnerschaften für die nachhaltige Gestaltung von Agrarlieferketten. © Frederic Schweizer
Ein Kernelement der UN-Leitprinzipien zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten ist die Ermittlung möglicher Risiken durch die Unternehmen. Friedel Hütz-Adams und Irene Knoke vom SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene erarbeiten aktuell im Auftrag des FONAP einen Handlungsleitfaden zur Risikoanalyse im Palmölsektor. Den ersten Entwurf präsentierten die Forschenden im Rahmen der Mitgliederversammlung und traten anschließend mit den FONAP-Mitgliedern in einen initialen Austausch. Weitere interne Konsultationsrunden mit der Mitgliedschaft folgen bis zur finalen Veröffentlichung des Leitfadens, voraussichtlich Ende des Jahres.
Max Webers und Dr. Philipp Arbter von COLIPI präsentieren ihre Innovation eines CO2-armen Bioprozesses zur Herstellung von Ölen auf Hefebasis. © Frederic Schweizer
Palmöl aus dem Reagenzglas? Das Hamburger Start-Up COLIPI hat einen CO2-armen Bioprozess zur Produktion verschiedener Öle mittels Fetthefen auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Das Ergebnis: Alternativen zu pflanzlichen Ölen wie Palmöl für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Von den Gründern des Start-Ups erfuhren die FONAP-Mitglieder, welche Prozesse dahinterstecken und was das Laboröl für die Zukunft von Öl-Importen bedeuten könnte.
+ Fortschrittsbericht 2021: Mitgliederabfrage läuft
Zentrales Instrument des FONAP ist die öffentliche Selbstverpflichtung: Die Mitglieder verwenden ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen in ihren Produkten. Der jährliche Fortschrittsbericht misst den Erreichungsgrad der Selbstverpflichtung und legt die Palmölnutzung der FONAP-Mitglieder transparent dar. Auch im Jahr 2020 belegten die Daten erneut: FONAP-Mitglieder sind Vorreiter auf dem Weg den deutschen Markt langfristig zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltigem Palmöl zu transformieren. Die Abfrage zur Erfüllung der öffentlichen Selbstverpflichtung im Jahr 2021 läuft aktuell noch bis Ende Juni. Wir informieren Sie wie immer auf unserer Webseite sowie auf Twitter und LinkedIn, zur Zielerreichung der FONAP Mitglieder für das Jahr 2021.
Zum Fortschrittbericht 2020 gelangen Sie hier.
+Über Zertifizierung hinaus: FONAP Mitglieder verabschieden neue Zusatzkriterien
Im vergangenen Jahr einigten sich die Mitglieder des FONAP darauf, ihre ökologische und soziale Selbstverpflichtung durch weitere freiwillige Zusatzkriterien zu ergänzen. Dieser Schritt zeigt erneut, dass der Verein über die von ihm akzeptierten Standardsysteme – wie dem RSPO – hinausgeht und hohe Anforderungen an die Produktion und Nachhaltigkeit in der Palmöl-Lieferkette stellt.
Die neuen Zusatzkriterien beinhalten den aktiven Schutz der Artenvielfalt in Anbaugebieten durch die Minderung negativer Auswirkungen der Palmöl-Bewirtschaftung auf Ökosysteme. Außerdem wollen sich die Mitglieder verstärkt für die Unterstützung und Integration von Kleinbäuerinnen und -bauern in globale Lieferketten einsetzen und ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht wahrnehmen.
Die konkrete Messbarmachung der neuen Zusatzkriterien wird aktuell von den Mitgliedern in einem partizipativen Prozess erarbeitet und soll Ende des Jahres vorliegen.
Hier finden Sie eine Übersicht zu den neuen FONAP-Zusatzkriterien.
+Start des neuen FONAP-Mitgliedsprojekts
Entwaldung ist ein Problem von globaler Tragweite. Die FONAP-Mitglieder arbeiten deshalb seit mehr als fünf Jahren daran, die Palmöllieferkette nachhaltiger zu gestalten und gezielt Verbesserungen in den Produktionsländern zu erwirken. Mit dem neuen, mittlerweile zweiten Mitgliedsprojekt unterstreichen viele Mitglieder diese Bemühungen mit einer freiwilligen Finanzierung und leisten einen sichtbaren Beitrag zur Unterstützung von Kleinbäuerinnen und -bauern vor Ort.
Eine Teilnehmerin überquert den Fluss des Dorfes Sungai Rotan © Wahdi Septiawan, Yayasan Setara Jambi
Gemeinsam mit dem indonesischen Palmölforum für Kleinbäuer*innen FORTASBI verwirklichen die FONAP-Mitglieder das Projekt auf Sumatra in der Provinz Jambi. Unter dem Leitsatz „Von nachhaltigem Palmöl zu nachhaltigen Landschaften“ unterstützt das Projekt Kleinbäuerinnen und -bauern darin, ihre Ölpalmenplantagen nachhaltig zu bewirtschaften. Durch sogenannte „soziale Forstwirtschaft“ werden ökologische und soziale Ziele verfolgt: Die Teilnehmenden erschließen durch den ergänzenden Anbau heimischer Nutzpflanzen wie Kaffee und Lichtnüssen zusätzliche Einkommensquellen und tragen zum Walderhalt bei. Ein besonderer Schwerpunkt des zunächst auf zwölf Monate angesetzten Projekts ist die gezielte Förderung von Frauen in der Dorfgemeinschaft: 70 Teilnehmerinnen ziehen die verwendeten Pflanzensetzlinge, mit deren Verkauf sie ihr Einkommen verbessern können.
Herr Darwin und Herr Rizal arbeiten in der Nähe des Dorfes Sungai Rotan © FORTASBI/FONAP
Um die Wasserqualität des örtlichen Flusses Pengabuan zu verbessern, werden außerdem breitere pflanzliche Randstreifen entlang des Ufers angelegt. Zusätzlich fördert ein regeneratives Landwirtschaftskonzept im Ölpalmenanbau die Bodengesundheit: Auf Demonstrationsflächen lernen die teilnehmenden Bauern und Bäuerinnen biologischen Dünger und Humus aus Kuhmist und leeren Palmölfruchtbündeln herzustellen.
Ausführliche Informationen sowie Updates zum neuen Mitgliedsprojekt finden Sie hier sowie auf unserem Twitter- und LinkedIn-Kanal.
+Neues aus der FONAP Mitgliedschaft
![]() |
Kao Corporation: Unterstützung von Kleinbäuerinnen und -bauern in Indonesien Seit Oktober 2020 arbeitet die Kao Corporation mit den beiden Unternehmen Apical Group und Asian Agri daran, eine nachhaltige Lieferkette für Palmöl aufzubauen und durch das SMILE-Programm (Smallholder inclusion for better livelihood & empowerment) die Produktivität von Palmöl-Kleinbäuerinnen und -bauern in Indonesien zu verbessern und sie im Erwerb der RSPO-Zertifizierung zu unterstützen. Außerdem führt Kao unabhängig von SMILE eine Umfrage unter Kleinbäuerinnen und -bauern in Indonesien durch, um im Sommer 2022 einen Beschwerdemechanismus einzurichten. Informationen zum Fortschritt des Projektes finden Sie hier. |
![]() |
Peter Greven: Verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen fest in der Firmenphilosophie verankert „Seit 2010 sind wir Mitglied im Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) und stellen seit 2013 RSPO Mass Balance (MB) und Segregated (SG) zertifizierte Produkte her. Im Jahr 2018 haben wir unsere Produktlinie LIGAFOOD® komplett auf RSPO MB zertifizierte Fettsäure umgestellt. Zum 01. Januar 2022 sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und haben unsere Produktlinien LIGAMED®, LIGAFEED® und PALMSTAR® ebenfalls auf RSPO MB zertifizierte Fettsäure umgestellt. Alle Produkte der Marken LIGAMED®, LIGAFOOD®, LIGAFEED® und PALMSTAR® sind jetzt ausschließlich in zertifizierter Qualität verfügbar.“ |
![]() |
BASF: Zertifizierte Beschaffung auch bei wesentlichen Zwischenprodukten BASF nutzte im Jahr 2021 rund 243.000 Tonnen Palmöl und Palmkernöl sowie deren Derivate für die Kosmetik-, Wasch-, Reinigungs- und Nahrungsmittelindustrie. Ihre freiwillige Selbstverpflichtung, ausschließlich RSPO-zertifiziertes Palmöl und Palmkernöl zu beziehen, haben sie damit erneut erfüllt. Nun konzentriert sich der Chemiekonzern voll und ganz auf den anderen Teil der Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2015: Die Ausweitung der zertifizierten Beschaffung auf die wesentlichen Zwischenprodukte wie Fettalkohole und Fettsäuren bis 2025. Ende 2021 konnte das Unternehmen 96% der Gesamtmenge an palmbasierten Rohstoffen bis zur Ölmühle zurückverfolgen. |
![]() |
Beiersdorf und WWF: Ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz durch strategische Partnerschaft Beiersdorf und der WWF Deutschland weiten ihre seit 2016 bestehende strategische Partnerschaft aus, indem sie auf folgende neue Schwerpunkte setzen: Klimaschutz, verantwortungsvolles Wassermanagement, kreislauffähige Materialien und nachhaltige Landnutzung. Der WWF berät das Hautpflegeunternehmen bei der Ausweitung bestehender und der Definition zusätzlicher Zielsetzungen, um den holistischen Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens zu stärken. |
![]() |
Solidaridad arbeitet an 100% entwaldungsfreiem Palmöl aus Kolumbien Mit ihrem neuen Programm, dem Sustainable Origin Accelerator for Palm Oil (SOAPS), unterstützt FONAP-Mitglied Solidaridad den Anbau von nachhaltigerem, entwaldungsfreiem Palmöl in Kolumbien. Die Durchführung erfolgt zusammen mit Satelligence, einem niederländischen Unternehmen für Remote Sensing. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von satellitengestützten Daten, um Veränderungen der Vegetation in der Nähe von Ölpalmplantagen in Echtzeit festzustellen. Das Programm wird unterstützt durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem kolumbianischen Verband der Ölpalmerzeuger*innen, FEDEPALMA. Lesen Sie hier mehr dazu. Hier finden Sie zusätzliche Informationen zu Solidaridad Deutschland e.V. |
![]() |
Ferrero und Sustainable Agriculture Network (SAN): Entwicklung neuer naturbasierter Lösungen für einen verbesserten Ölpalmenanbau 2020 lancierte Ferrero zusammen mit SAN ein Pilotprojekt in Malaysia, das Palmölproduzierende darin unterstützt durch integrierte Schädlingsbekämpfung die biologische Vielfalt vor Ort zu schützen. Für schädlingsfressende Nutzinsekten wurde innerhalb der Ölpalmplantagen Lebensraum geschaffen. Das Projekt identifizierte (Fort-)Bildungschancen von Kleinbäuerinnen und -bauern in Bezug auf den Einsatz von risikoärmeren Pestiziden, Praktiken zur Bodenerhaltung und angemessene Abfallentsorgungseinrichtungen. In den nächsten drei Jahren unternehmen die Projektpartner weitere Schritte zur Erforschung und Optimierung zusätzlicher Lösungen für ein gesundes und biodiverses Palmölproduktionssystem. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. |
![]() |
ISCC: Nachhaltige Palmöl-Lieferketten mit der ISCC-Zertifizierung 2021 wurden 6,45 Millionen Tonnen nachhaltiges Palmöl auf 1,9 Millionen Hektar Fläche unter ISCC zertifiziert. Im Vergleich zum Vorjahr (5,7 Millionen Tonnen Palmöl auf 1,69 Hektar) hat sich somit die zertifizierte Menge an Palmöl und Fläche erneut erhöht. Um selbstständige Kleinäuerinnen und -bauern bei der Zertifizierung zu unterstützen, bietet ISCC ein eigens dafür konzipiertes Online-Training an. ISCC ist als Partner des Food Security Standards (FSS) mit WWF, dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und der Welthungerhilfe im Austausch. Systemnutzer der ISCC Zertifizierungen können den FSS ebenfalls umsetzen. Dadurch unterstützen ISCC-Systemnutzer das Menschenrecht auf angemessene Nahrung und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Weitere Informationen über ISCC finden Sie hier. |
+Studie der Universitäten Wageningen und Prag zu Nahrungsfetten und ihren Auswirkungen auf die menschliche Ernährung
Eine aktuelle Studie der Universität Wageningen und der Karls-Universität in Prag liefert neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von Ölen und Fetten in der Nahrung auf die menschliche Ernährung und die Umwelt. Anstatt einer generellen Verurteilung aller Fette als mögliche Gesundheitsrisiken, unterstreichen die Forschenden die Bedeutung von Fetten für eine gesunde Ernährung, insbesondere bei unterernährten Menschen, und die Notwendigkeit, eine kluge Wahl zwischen pflanzlichen und tierischen Fettquellen im Hinblick auf die Gesundheit des Planeten und des Menschen zu treffen.
Douglas Sheil, Hauptautor und Professor an der Universität Wageningen unterstreicht: „Auf unserer Suche nach gesunden Lebensmitteln stelle ich immer wieder fest, dass wir allzu bereitwillig einfache Antworten akzeptieren, wie etwa die Vorstellung, dass Nahrungsfette schädlich sind und dass der Verzicht auf Palmöl Wälder rettet. Konstruktive Antworten erfordern ein differenzierteres Nachdenken über die spezifischen Auswirkungen eines bestimmten Rohstoffs in einem bestimmten Kontext.“
„Fette sind wichtig für die Gesundheit, und jede Quelle von Speiseölen kann gut oder schlecht sein. Was ich in unserer Studie besonders bemerkenswert fand, ist, wie alle Bemühungen, die Art der erforderlichen Produktion zu lenken und zu verbessern, um bessere Gesundheits- und Umweltergebnisse zu erzielen, durch unzureichende Informationen untergraben werden. Und das, obwohl sich die weltweite Nachfrage nach Nahrungsölen und -fetten in den nächsten drei Jahrzehnten wahrscheinlich verdoppeln wird“, so Sheil weiter.
Die Studie verdeutlicht, dass einfache Schlussfolgerungen über Öle und Fette das Bild verfälschen können. Gesättigte Fette sind nicht unbedingt ungesund. Palmöl ist nicht unbedingt schlecht. Die Menge macht den Unterschied. Kluge Entscheidungen über die Produktion, den Handel und den Verbrauch müssen in einem breiteren Kontext getroffen werden, der berücksichtigt, wie sich die verschiedenen Öle und Fette auf die Gesundheit von übergewichtigen und unterernährten Menschen sowie auf die Gesundheit des Planeten auswirken.
Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung der Universität Wageningen und hier zur Studie.
+ Initiative für Nachhaltige Agrarlieferketten (INA): Wettbewerbsfonds zur Förderung von Sorgfaltspflichten - Der Due Diligence Fund
Das Bundesentwicklungsministerium und die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) fördern mit einem neuen Wettbewerbsfonds innovative Projekte zur Erfüllung unternehmerischer Sorgfaltspflichten.
Über den Due Diligence Fund können sich Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft, zusammen mit gemeinnützigen Partnern um Fördermittel bewerben. Im Fokus stehen dabei Vorhaben, die auf bessere Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen und -bauern und Plantagenarbeiterinnen und -arbeitern in den Produktionsländern abzielen.
Die Bewerbungsfrist endet am 24. Juni 2022. Projekte werden mit einer Summe von bis zu 123.000 € über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten gefördert.
Der Fonds wurde im Rahmen der INA-Lunchbreak vorgestellt, deren Aufzeichnung Sie sich gerne anschauen können. Ausführliche Informationen sowie das Antragsformular zum Fonds finden Sie hier.
+ Initiative für klimagerechte Lieferketten: Auf der Suche nach innovative Projektideen für klimafreundliche Agrarlieferketten
Jetzt zeigen, wie nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz zusammengehen: Sie haben jede Menge Ideen, mit welchen innovativen Projekten Sie Ihre Lieferketten vom Regal bis zum Feld resilienter und klimaneutraler gestalten können? Dann nichts wie los: Ab sofort bis zum 20.06.2022 können Sie Ihre Projektvorschläge bei der GIZ einreichen. Der Ideenwettbewerb Initiative 4 Climate Smart Supply Chains fördert die bestplatzierten Projekte fachlich und finanziell bis zu 50 Prozent!
Mitmachen können internationale und lokale Unternehmen und Organisationen, die gemeinsam entlang ihrer Lieferkette etwas bewirken wollen. Bilden Sie ein Team, denken Sie groß und reichen Sie Ihre innovativen Projektvorschläge ein.
Veranstaltet wird der Wettbewerb vom GIZ-Globalvorhaben „Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Agrarlieferketten“ im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums.
Alle Teilnahmebedingungen und weitere Infos zum Wettbewerb finden Sie unter www.initiative4climate.
![]() |
+Umweltrat-Podcast diskutiert europäische Nachhaltigkeitspolitik Komplexe Nachhaltigkeitsthemen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und gleichzeitig ein vertieftes Expertenwissen zu vermitteln – das ist das Ziel der neuen Podcast-Reihe "Sustainability Made in Europe: A Policy Podcast on Finance, Reporting & Governance". In dem gemeinsamen Format des deutschen Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und des belgischen Nachhaltigkeitsrats (FRDO CFDD) geben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik spannende Einblicke in die wichtigsten Gesetzesinitiativen. Durch eine Mischung aus Interviews und Hintergrundinformationen erfahren die Hörerinnen und Hörer Details zu den Verhandlungen von EU-Gesetzgebungen und aktuellen Diskussionen zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen. Die erste Folge beleuchtet den European Green Deal. In den folgenden Episoden stehen die EU-Taxonomie, die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die neue Directive on Corporate Sustainability Due Diligence im Fokus.
|
PRESSESCHAU
Export von Speiseöl: Indonesien hebt Exportverbot für Palmöl auf | ZEIT ONLINE
Datum: 19.05.2022, Quelle: ZEIT ONLINE | Nachrichten, Hintergründe und Debatten
Natural Habitats Releases Palm Positive+, A Reference Guide - Palm Done Right
Datum: 18.05.2022, Quelle: Organic Palm Oil Benefits: Ethical Consumerism with Palm Done Right
Palmöl auf dem Prüfstand | Projekt Zukunft - Das Wissenschaftsmagazin | DW | 30.04.2022
Datum: 30.04.2022, Quelle: Nachrichten & Analysen: der globale Blick auf Schlagzeilen | DW
Addressing indirect sourcing in zero deforestation commodity supply chains (science.org)
Datum: 29.04.2022, Quelle: Science | AAAS
Tackling the deforestation on supermarket shelves – Global Canopy
Datum: 27.04.2022, Quelle: Global Canopy
Sustainable palm oil thanks to transparent supply chains (henkel.com)
Datum: 27.01.2022, Quelle: News, sport and opinion from the Guardian's global edition | The Guardian
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
wir präsentieren Ihnen den ersten Newsletter im Jahr 2021.
Wir freuen uns direkt zum Jahresanfang über Zuwachs in unserem Verein und heißen die neuen Mitglieder Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH und Lidl Dienstleistung GmbH & CO KG herzlich willkommen.
Wie hat sich der Palmölmarkt in Deutschland im Jahr 2019 entwickelt? Diese Frage haben wir mit einer Pressekonferenz zur aktuellen Palmölmarktstudie 2019 beantwortet – eine Premiere.
Dieser Premiere folgte sogleich die nächste Premiere von FONAP. Mit einem Brückenschlag über 11.000 Kilometer gelang uns ein internationaler Dialog zwischen den Marktakteuren entlang der Palmöllieferkette. Über drei Stunden waren rund 100 Teilnehmende aus acht Ländern miteinander digital „vernetzt“.
Außerdem freuen wir uns in diesem Newsletter über ein Interview mit Stefan Kausch vom Palmölnetzwerk Schweiz zum ereignisreichen ersten Jahr der Initiative: Ein Rückblick und Ausblick über spannende Themen.
Zusätzlich informieren wir über die neusten Entwicklungen im FONAP-Kleinbauernprojekt, eine vor kurzem veröffentlichte WWF-Studie, die „Webinar Series“ von Sustainable Palm Oil (RSPO) und Sustainable Palm Oil Choice (SPOC) sowie über die Arbeit der Initiative für Nachhaltige Agrarlieferketten (INA).
Viel Spaß beim Lesen!
+++
Kurz+Informativ zum FONAP
+Studien in Auftrag
Im November wurde die Studie zu Menschenrechten im Palmölsektor veröffentlicht. Die qualitative Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die GIZ an das Deutsches Institut für Menschenrechte (DIMR) vergeben und in enger Kooperation mit FONAP durchgeführt. Die Studie bietet Handlungsansätze für Unternehmen in Bezug auf ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht. Die ausführliche Fassung der Studie finden Sie hier. FONAP-Aktivitäten im Bereich der unternehmerischen Sorgfaltspflichten wurden im 14. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik erwähnt (14. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik, S. 242).
In der Schlussphase befindet sich zudem die Studie „Wirkungsmonitoring von Zertifizierungssystemen für nachhaltiges Palmöl“. Es geht in der Literaturstudie darum, welche Mechanismen zur Wirksamkeitsmessung die vom FONAP anerkannten Zertifizierungssysteme (Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO), International Sustainability and Carbon Certification (ISCC), Roundtable on Sustainable Biomaterials (RSB), Rainforest Alliance (RA) einsetzen und welche Wirksamkeit damit erzielt werden konnte. Die Studie wird voraussichtlich im März veröffentlicht.
+Fortschritte bei FONAP-Projekt
![]() |
Kleinbäuerinnen bei der Nutzung der Koltiva App. |
Das FONAP-Projekt wird Ende März 2021 abgeschlossen und befindet sich gerade in der letzten Projektphase. Derzeit werden 450 Kleinbäuerinnen und -bauern (davon 94 neue) auf die im März 2021 vorgesehene RSPO-Zertifizierung vorbereitet. Zusätzlich begann im Januar 2021 die Entwicklung von Train-the-Trainer-Schulungsmaterialien und -Tools. Zunächst werden fünf Kleinbäuerinnen und -bauern (BIO-Field-Agents), zum BIO-Farm Prozess und zur Einrichtung von BIO-Farm-Transformationseinheiten geschult mit dem Ziel, das erworbene Wissen auf Gemeindeebene weiterzugeben.
Bleiben Sie mit uns im Kontakt und erfahren Sie mehr über die Ergebnisse des Projektes!
+++
83 Prozent - Das Ziel rückt näher
Die aktuelle Analyse des Palmölsektors in Deutschland in 2019 belegt steigende Nachhaltigkeitszertifizierung bei Palmöl. 83 Prozent des Palmöls in Deutschland sind nachhaltig zertifiziert und die FONAP-Mitglieder sind Vorreiter.
![]() |
Eindrücke aus der FONAP - Pressekonferenz. |
Die Internationale Grüne Woche findet für gewöhnlich jeden Januar in Berlin statt und ist die global leitende Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Auch das FONAP nutzte diese Platform und stellte am 20.01.2021 im Rahmen einer Pressekonferenz mit über 65 Zuschauern die neueste Palmöl-Marktstudie des Beratungsunternehmens Meo Carbon Solutions vor.
Der Anteil von nachhaltigem Palm(kern)öl in Deutschland ist seit 2013 stetig gestiegen. Demnach ist die Nachhaltigkeitszertifizierung für Palmöl für eine wachsende Zahl von Unternehmen unverzichtbar. „Der Verbrauch von Palmöl in Deutschland lag 2019 bei insgesamt 1,26 Mio. Tonnen. Davon waren 83 Prozent nachhaltig zertifiziert. Gegenüber dem Jahr 2013 bedeutet dies eine Steigerung um 13 Prozentpunkte”, erläuterte Dr. Peter Hawighorst, Associate Director bei Meo Carbon Solutions. „Das bekräftigt unser ehrgeiziges Ziel, den deutschen Markt langfristig in Richtung 100 Prozent nachhaltig zertifiziertem Palmöl zu transformieren”, so Almut Feller, Vorstandsvorsitzende des Vereins. „Die Mitglieder des FONAP sind der beste Beweis, dass dies möglich ist. Sie setzen dieses Ziel bereits heute zu 100 Prozent um!”
Die vorliegende Studie untersucht den Verbrauch von Palm- und Palmkernöl aus dem Jahr 2019 in vier Wirtschaftssektoren. Der Lebensmittelsektor erreicht demnach einen Anteil von 90 Prozent zertifiziertem Palmöl. 2013 lag der Wert noch bei 61 Prozent. Der Bereich Wasch-, Pflege-, Reinigungsmittel & Kosmetik steigerte sich im gleichen Zeitraum von 47 auf 63 Prozent. Auch wenn die Werte für den Futtermittelsektor aktuell stagnieren, stiegen die Anteile von drei Prozent in 2013 auf 25 Prozent in 2019. Der Sektor Chemie/Pharmazie konnte den Anteil innerhalb der letzten sechs Jahre von 14 auf 36 Prozent steigern. Die Studie stellt heraus, dass im Gegensatz zum weltweit steigenden Verbrauch die Nachfrage nach Palm(kern)öl in Deutschland seit 2013 in der Tendenz stagniert. Jedoch nimmt der Anteil nachhaltigen Palm(kern)öls gleichzeitig signifikant zu. Ein Fortschritt, der vor allem durch gemeinsames Engagement erreicht wurde.
![]() |
![]() |
Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL), Gründungsmitglied und Förderer des FONAP, begrüßte den positiven Trend. Dr. Eva Müller, Leiterin der Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe, appellierte aber auch an die Sektoren mit noch geringen Fortschritten, weitere Anstrengungen zu unternehmen, damit alle Sektoren das 100 Prozent-Ziel zeitnah erreichen und von den deutschen Marktteilnehmern eine entsprechende Wirkung im europäischen Markt erzielt wird.
Sascha Tischer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Vereins, betonte dabei auch: „FONAP ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Lieferketten durch das Engagement in Deutschland mitgestaltet werden können." FONAP und seine Mitglieder arbeiten an tragfähigen Lösungen für die Verbesserung der Praktiken im Palmölsektor vor Ort, wie zum Beispiel durch die Umsetzung des Kleinbauernprojektes in Malaysia.
Seit 2013 werden über die Palmöl-Marktstudie im Auftrag des FONAP Daten zur Nachhaltigkeitszertifizierung analysiert und alle zwei Jahre veröffentlicht. Das Datenmaterial ist im internationalen Vergleich einmalig und ein wichtiger politischer Gradmesser für die Entwicklungen im Bereich nachhaltiges Palmöl. Die diesjährige Pressekonferenz war eine erfolgreiche Premiere für das FONAP. Das Interesse der Journalisten spiegelt sich in den interessanten Beiträgen bedeutender Nachrichtenportale wider, wie die Artikel in der Süddeutschen Zeitung und der Fachzeitschrift Agrar-Europe sowie der Radiobeitrag des Deutschlandfunks zeigen. Selbst internationale Portale wie Confectionery News berichteten. Die Vielzahl an Interaktionen mit den Inhalten unserer Social-Media-Kanäle zeugten ebenfalls von großem Interesse.
Die Aufzeichnung der Pressekonferenz ist noch bis zum 30. April 2021 verfügbar. Eine englische Zusammenfassung der Studienergebnisse liegt ebenso vor.
Brückenschlag über 11.000 Kilometer
Internationale Marktakteure des Palmölsektors stärken nachhaltige Lieferketten
Über die Hälfte des global gehandelten Palmöls stammt aus Indonesien. Der nicht nachhaltige Anbau von Ölpalmen steht sowohl in den Erzeuger- als auch den Konsumentenländern nach wie vor in starker öffentlicher Kritik. Gründe dafür sind gravierende Umweltschäden, wie andauernde Entwaldung und massiver CO2-Ausstoß, aber auch soziale Risiken in Form von Menschenrechtsverletzungen. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach nachhaltig produziertem Palmöl insbesondere auf dem europäischen Markt seit einigen Jahren stetig zu.
Um ein besseres Verständnis für Nachhaltigkeitspraktiken und -erfolge zu vermitteln, sind stärkere Synergien zwischen den einzelnen Akteuren der Palmöllieferkette nötig. Als Multi-Akteurs-Partnerschaft sieht es FONAP daher als seine Aufgabe, den Dialog zwischen Stakeholdern entlang der Palmöl Lieferkette zu stärken - allen voran mit in Deutschland auf Palm(kern)ölbasis produzierenden Industrieunternehmen und Erzeugerinnen und Erzeugern in Indonesien.
Am 25.02.2021 veranstaltete FONAP in Kooperation mit dem indonesischen Sekretariat der „Sustainable District Association“ (LTKL) einen internationalen Web Talk zum Thema: Gemeinsam nachhaltig: Erfahrungsaustausch entlang der Palmöllieferkette. Hier wurde ein umfassendes Bild der Herausforderungen und bereits erzielten Erfolge in der Branche geboten. Die Perspektivenvielfalt - vertreten durch Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie in Form von Handels- und Verarbeitungsbetrieben sowie lokalen Produzierenden - wurde von rund 100 Teilnehmenden aus über acht verschiedenen Ländern der dreistündigen Veranstaltung mehrfach gelobt.
![]() |
Eindrücke aus dem Web Talk. |
In den Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass es auf Verwaltungsebene einer befähigenden Regulierung, nachhaltiger Finanzierungsoptionen, der Legalität von Produktion und einer besseren Durchsetzung der Gesetzgebung bedarf. Hinsichtlich der lokalen Erzeugung sahen die Expertinnen und Experten die Stellschrauben zur Förderung von Nachhaltigkeit vor allem in der Unterstützung von Kleinbauernprogrammen, einschließlich Wiederanpflanzungsprogrammen sowie dem Zugang zu zertifiziertem Saatgut und nachhaltigen Produktionspraktiken. Insgesamt wurde außerdem immer wieder betont, dass für die nachhaltige Gestaltung von Palmöllieferketten differenzierte Kommunikation fernab von Schwarz-Weiß-Denken sowie Zusammenarbeit und Dialog elementar sind.
![]() |
Eindrücke aus dem Web Talk. |
Der WebTalk zeigte anschaulich: Die Herausforderungen, vor denen alle Akteure entlang der Lieferkette stehen, können nur durch internationalen Austausch und Zusammenarbeit bewältigt werden! Um gemeinsame Vorstellungen über nachhaltige Palmölproduktion und deren Umsetzungsmöglichkeiten für mehr Klima- und Biodiversitätsschutz zu erreichen, ist der internationale Dialog ein wichtiges Instrument.
„Es war ein sehr ereignisreiches erstes Jahr“
Interview mit Stefan Kausch des Palmölnetzwerk Schweiz
Stefan Kausch koordiniert als Projektleiter die Arbeiten im Netzwerk. Er begleitet die Umsetzungsmaßnahmen in den Lieferketten, ist für die Kommunikation verantwortlich, sucht neue Mitglieder und bereitet strategische Entscheidungen vor.
![]() |
Stefan Kausch, Projektleiter im Palmölnetzwerk Schweiz |
Das Palmölnetzwerk Schweiz wurde vor fast einem Jahr gegründet – wir gratulieren Ihnen herzlich zu Ihrem baldigen Jahrestag! Welche Entwicklungen gab es im Laufe dieses ersten Jahres und welche zukünftigen Themen möchte das Netzwerk bearbeiten?
Herzlichen Dank für die Glückwünsche! Es war ein sehr ereignisreiches erstes Jahr. Im Mai publizierten wir die Resultate eines Benchmarks zu den Palmöl-Nachhaltigkeitsstandards. Dabei bestätigte sich das hohe Niveau des revidierten RSPO-Standards. Seit der Gründung arbeiten die Schweizer Beschaffer von Palmöl intensiv an einer Road Map zur Umsetzung der Absichtserklärung. Informationen dazu werden wir nächstens auf unserer Website aufschalten. Dort stellen wir heute schon die wichtigsten Produzenten und ein Kleinbauernprojekt in der Elfenbeinküste vor. Schließlich konnten wir neue Mitglieder gewinnen (HUG und Ospelt) und hatten einiges zu tun mit dem Referendum zum Handelsabkommen mit Indonesien.
Bisher liegt unser Fokus auf Palm(kern)öl für den Lebensmittelsektor. In Zukunft wollen wir uns auch anderen tropischen Ölen annehmen und den Non Food Sektor adressieren.
Auf der Internetseite des Palmölnetzwerks Schweiz wird eine gemeinsame Absichtserklärung der Mitglieder präsentiert (Absichtserklaerung). Könnten Sie bitte die inhaltlichen Schwerpunkte der Absichtserklärung kurz skizzieren?
Die Mitglieder des Palmöl Netzwerks beschaffen und verarbeiten bereits heute ausschließlich segregiertes und nach RSPO- oder Bio Suisse-zertifiziertes Palm(kern)öl. Deshalb legen wir den Schwerpunkt der Arbeiten auf eine glaubwürdige Anwendung und Umsetzung der RSPO-Kriterien bei den Produzenten und auf die Erhöhung der Transparenz in den Lieferketten. Wir haben Zusatzkriterien bezüglich Waldschutz, Pestizideinsatz, Arbeitsbedingungen und Unterstützung der lokalen Bevölkerung definiert, die über den RSPO-Standard hinausreichen und die wir in unseren Lieferketten in den nächsten fünf Jahren implementieren wollen.
Auf europäischer Ebene gibt es verschiedene nationale und internationale Initiativen, welche sich ebenfalls mit der Nachhaltigkeit von Palmöl auseinandersetzen. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Netzwerk gemacht? Wo sehen Sie Synergien, wo Unterschiede?
Die bisherigen Kontakte, die ich mit FONAP oder EPOA hatte, waren sehr befruchtend und nützlich. Das Schweizer Palmöl Netzwerk kann stark von den Erfahrungen der anderen europäischen Initiativen profitieren. Unterschiedlich ist die Marktsituation im Vergleich zu den umliegenden Ländern. Der Palmölverbrauch in der Schweiz nimmt seit zehn Jahren stetig ab. Die Futtermittelindustrie hat Palmöl aus den Futterrezepturen verbannt und Palmöl als Agrotreibstoff ist bei uns kein Thema. Spannende Synergien sehe ich in der Bündelung der Nachfrage, um die Rückverfolgbarkeit des verarbeiteten Palm(kern)öls entlang der Wertschöpfungskette zu verbessern.
Am 07. März 2021 steht das Referendum über das Freihandelsabkommen mit Indonesien an. Welche Position und Rolle nimmt das Palmölnetzwerk Schweiz hinsichtlich des anstehenden Referendums ein?
Wir haben keine offizielle Position zum Freihandelsabkommen bezogen, sondern versuchen, die Debatte zu versachlichen. Wir sind überzeugt, dass mit einem guten Zusammenspiel engagierter Marktakteure, rationalen Konsumentscheiden und cleveren staatlichen Rahmenbedingungen eine nachhaltige Palmöl-Produktion möglich ist. Es ist deshalb keine Frage, dass sich die Mitglieder des Palmöl Netzwerks auch nach dem
7. März für tragfähige und langfristige Lösungen in den Lieferketten engagieren.
Das angesprochene Freihandelsabkommen gilt als Meilenstein. Was macht es so besonders?
Zum ersten Mal werden in einem Freihandelsabkommen Nachhaltigkeitsvorgaben verankert. Einmalig ist auch, dass Produktionsstandards wie RSPO oder ISCC in einer Verordnung zur Umsetzung des Abkommen verankert werden. Wie die Umsetzung funktionieren würde, kann auf unserer Website nachgelesen werden. Das Abkommen zwischen den EFTA-Staaten und Indonesien könnte Vorbildcharakter für andere Handelsverträge z.B. demjenigen zwischen der EU und Indonesien haben.
Und abschließend der Blick in die Glaskugel: Wie wird das Referendum in der Schweiz Ihrer Einschätzung nach am 07. März ausfallen?
In den letzten Umfragen liegen die Befürworter des Freihandelsabkommen knapp vorne. Ich rechnete eigentlich mit einem klareren Ja. Der relativ hohe Nein-Anteil bestätigt jedoch den Trend, den wir in der Schweiz seit der letzten Parlamentswahl im Jahr 2019 beobachten können. Die Bevölkerung wählt grüner, weiblicher und jünger. Abstimmungen zu Umwelt- und Menschenrechtsfragen profitieren von dieser Entwicklung, Wirtschaftsthemen haben es schwerer.
Dieses Interview fand vor dem Referendum über das Freihandelsabkommen am 07. März 2021 statt. 51,7% der Wählenden sprach sich für das Freihandelsabkommen aus. Die Ergebnisse des Referendums können Sie hier nachlesen.
+++
Kurz+Informativ
+Fronten der Entwaldung – Beunruhigende WWF Studie
Der WWF veröffentlichte im Januar 2021 eine neue Studie zu dem aktuellen Stand des Waldverlustes unserer Erde und der Wirkung von internationalen Reaktionen auf diese Geschehnisse. Die Entwaldung schreitet laut dem Bericht „Entwaldungsfronten: Verursacher und Gegenmaßnahmen in einer sich verändernden Welt“ in alarmierendem Maße voran, trotz der vielseitigen Maßnahmen zum Erhalt der Wälder.
Etwa zwei Drittel der gesamten Entwaldung weltweit geschieht laut WWF in den Tropen und Subtropen.Zwischen 2004 und 2017 wurden an diesen Fronten mehr als 10% des bereits degradierten Waldes gerodet, was die Resilienz der Wälder schwächt. In unter zehn Jahren ist in diesen Hotspots Wald in der Gesamtgröße Deutschlands und Irlands verloren gegangen. Ebenfalls schockierend sei, dass in den letzten fünf Jahren zahlreiche weitere Entwaldungsfronten entstanden seien, wie zum Beispiel in Liberia und Ghana.
Treiber für diesen Waldverlust gäbe es viele, und alle hätten eines gemeinsam: Menschliches Handeln. Der Ausbau der Infrastruktur spiele flächendeckend eine wesentliche Rolle. Die WWF-Studie zeigt außerdem, dass nur langfristiges Engagement und eine Einbindung von Wirtschaft, Politik und lokaler Bevölkerung nachhaltig wirksam seien und Akzeptanz ein entscheidender Faktor sei.
Einen WWF Artikel zu der Studie gibt es hier und der vollständige Bericht ist auf Englisch hier verfügbar.
+Möglichkeiten zum Internationalen Fachaustausch
RSPO Webinar Reihe
Als Ersatz für den normalerweise jährlich stattfindenden Round Table, bietet RSPO einige Inhalte nun im Rahmen einer digitalen Webinar Reihe an. Andreas Knoell, Generalsekretär des FONAP, nahm am 23.02.2021 an dem RSPO Webinar teil und stellte dort die Arbeit der Multi-Akteurs-Partnerschaft vor. Vor dem Hintergrund, dass der Verbrauch von nachhaltigem Palmöl in Europa zurzeit stagniert, besprach FONAP zusammen mit Repräsentanten der UK Sustainable Palm Oil Initiative (UKSPOI) und der European Palm Oil Alliance (EPOA) die führende Rolle der nationalen Initiativen für die gemeinsam angestrebte Markttransformation zur ausschließlichen Nutzung von zertifiziert nachhaltigem Palm(kern)öl. Eine enge internationale Zusammenarbeit mit holistischen und kollaborativen Ansätzen zwischen den Stakeholdern entlang der Palmöllieferkette ist hierbei essenziell.
Die Aufzeichnungen der bisherigen Webinare finden Sie hier. Unter diesem Link können Sie sich außerdem für das nächste Webinar registrieren, in welchem es um die nachhaltigen Entwicklungen im Palmölsektor Südamerikas geht.
SPOC Webinar Reihe
Die Sustainable Palm Oil Choice (SPOC) ist ein Zusammenschluss zahlreicher Unternehmen und Organisationen, welche es sich zum Ziel gesetzt haben, den Konsum und die Produktion von zertifiziert nachhaltigem Palmöl zu fördern. Auch FONAP als Multi-Akteurs-Partnerschaft und einige unserer Mitglieder, wie Ferrero, Solidaridad und IOI sind Mitglied.
Seit September 2020 veranstaltet SPOC regelmäßige Webinare unter dem Titel
„Let’s Talk Palm Oil: Meet the Experts“, in denen sich verschiedene Experten zu Fragen rund um das Thema nachhaltiges Palmöl austauschen. Im letzten Webinar diskutierte Sabrina Krebsback, Agricultural Commodities Specialist beim
WWF Großbritannien, die Frage, wie Unternehmen Vorreiter für die Nutzung von nachhaltigem Palmöl werden können. Hierzu veröffentlichte SPOC außerdem acht Empfehlungen für Unternehmen, die die Palmölthematik aufgreifen möchten.
Alle bisherigen Webinare finden Sie hier.
+Interessantes aus der Initiative für Nachhaltige Agrarlieferketten
INATrace – das Rückverfolgbarkeitstool für eine nachhaltige Lieferkette
![]() |
LKW-Bild von der INA-Website |
Die Einhaltung von Sorgfaltspflichten und Verantwortung durch Unternehmen gewinnt rapide an Aufmerksamkeit. Daher ist es für Unternehmen von immenser Bedeutung, Informationen über die Produktionsbedingungen entlang der Lieferkette erheben, in Echtzeit abrufen und auswerten zu können. Digitale Rückverfolgbarkeit bedient die steigende Erwartung nach Lieferkettentransparenz - sowohl auf Seiten der Endverbraucherinnen und Endverbraucher als auch der Gesetzgebung.
INATrace ist eine übertragbare und quelloffene, Blockchain-basierte Rückverfolgbarkeitslösung, die Agrarrohstoffe von der Produktion bis zum Endprodukt rückverfolgbar macht. Sie bildet alle Prozessschritte und Transaktionen vom Farmer bis zum verkaufsfertigen Produkt ab und ermöglicht die Generierung eines QR-Codes für die Verpackung des Endprodukts.
Gemeinsam mit Partnern und in Kooperation mit der International Women’s Coffee Alliance, Rwanda Chapter, hat die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) die Lösung INATrace erfolgreich für eine Lieferkette ruandischer Frauen-Kaffee-Kooperativen implementiert.
Wenn Sie INATrace nutzen wollen, treten Sie bitte mit ina@giz.de in Kontakt.
![]() |
„Vom Feld ins Regal“ Podcast-Logo |
LemonAid, Lush und Klaus Töpfer. Coffee Circle, Einhorn und Gunther Beger. Was haben alle gemeinsam? Sie waren bereits zu Gast im Podcast "Vom Feld ins Regal" – ebenso wie viele andere interessante Personen, Unternehmen und Organisationen.
Mit fast 1.500 Abonnierenden ist der Podcast der INA eine feste Größe in der Nachhaltigkeitslandschaft. Das Magazin „enorm“ zählt ihn zu den besten Podcasts zum Thema Nachhaltigkeit. „Vom Feld ins Regal” beleuchtet Perspektiven der Entwicklungszusammenarbeit und gibt praktische Einblicke in Projekte rund um die Welt. Zu hören sind mehr als 30 interessante Folgen auf der INA-Website sowie Spotify, Apple Podcasts und anderen Plattformen.
Mehr aktuelle Inhalte auch zu Palmöl gibt es auf den Social-Media-Kanälen von INA:
Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten
+++
PRESSESCHAU
Malaysia to increase palm oil exports to Saudi Arabia
Datum: 12.03.2021, Quelle: The Edge Markets - Make Better Decisions
Datum: 12.03.2021, Quelle: Food Ingredients & Food Science - Additives, Flavours, Starch (foodnavigator.com)
A million hectares of Papuan forest licensed for clearing, report shows
Datum: 08.03.2021, Quelle: Conservation news - Environmental science and conservation news (mongabay.com)
Kabinett bringt Lieferkettengesetz auf den Weg
Datum: 03.03.2021, Quelle: BR24 - Darüber spricht Bayern | BR24
‘We attack,’ Indonesia declares in joint bid with Malaysia to shield palm oil
Datum: 02.03.2021, Quelle: Conservation news - Environmental science and conservation news (mongabay.com)
Datum: 01.03.2021, Quelle: Palm Oil Innovation Group | A journey towards responsible palm oil (poig.org)
Certification fails to transform the palm oil industry – what next?
Datum: 23.02.2021, Quelle: China Dialogue | China environment and climate news
Just 7 Commodities Replaced an Area of Forest Twice the Size of Germany Between 2001 and 2015
Datum: 11.02.2021, Quelle: World Resources Institute | Making Big Ideas Happen (wri.org)
Datum: 21.01.2021, Quelle: Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Kommentare - SZ.de (sueddeutsche.de)
Verbrauchen wir weniger Palmöl?
Datum: 21.01.2021, Quelle: Dlf (deutschlandfunk.de)
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
das FONAP und seine Mitglieder freuen sich auf den Herbst. Es wird Geburtstag gefeiert. Der FONAP e.V. wird fünf Jahre alt. Aktuelle Studien erwarten Sie. Ebenso spannende Gesprächspartner. Und - eine Premiere können wir Ihnen zur FONAP-Generalversammlung bieten.
Außerdem lernen Sie in diesem Newsletter einen führenden Forscher auf dem Gebiet der Agrarökonomie kennen: Was treibt Professor Matin Qaim von der Universität Göttingen an, zu Palmöl zu forschen?
Wie entscheiden Sie sich? Sie stehen am Einkaufsregal im Supermarkt, halten ein Produkt in der Hand! Worauf achten Sie? Ob zum Beispiel Palmöl verwendet wurde? Wie, und nach welchen Kriterien entscheiden Sie nun – entscheidet der Verbraucher generell? Diesen Fragen ist das Braunschweiger Thünen-Institut für Marktanalyse mit 1000 Konsumentinnen und Konsumenten nachgegangen. Dieser Newsletter fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Wir stellen Ihnen außerdem die INA näher vor. Wenn Sie sich für Nachhaltigkeit interessieren, werden Sie früher oder später über die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten stolpern.
Viel Spaß beim Lesen.
+++
Kurz+Informativ
+Studien in Auftrag
Das FONAP hat mehrere Studien in Auftrag gegeben. In finaler Phase befinden sich die FONAP-Palmölstudie und die Menschenrechtsstudie.
Alle zwei Jahre lässt das FONAP den Palmölverbrauch in Deutschland untersuchen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verwendung von nachhaltigem Palmöl. Veröffentlicht werden die Endergebnisse der Palmölstudie auf der FONAP-Generalversammlung am 24. November 2020.
Die Menschenrechtsstudie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die GIZ an das DIMR vergeben und in enger Kooperation mit dem FONAP e.V. durchgeführt. Die Studie bietet Handlungsansätze für Unternehmen in Bezug auf ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflicht. Die Menschenrechtsstudie befindet sich in finaler Phase und wird den FONAP-Mitgliedern im November vorgestellt und danach veröffentlicht.
Außerdem wird an der sogenannten Zertifizierungsstudie gearbeitet. Ziel ist es herauszufinden, welche Mechanismen zur Wirksamkeitsmessung die vom FONAP anerkannten Zertifizierungssysteme (z.B. der Round Table on Sustainable Palm Oil, RSPO) einsetzen und welche Wirksamkeit damit erzielt werden konnte. Die Publikation der Ergebnisse erwarten wir Anfang 2021.
+EPOA, IDH und RSPO digital
Am 02. September 2020 waren der Round Table on Sustainable Palm Oil (RSPO), die European Palmoil Alliance (EPOA) und IDH (The Sustainable Trade Initiative) Gastgeber des Sustainable Palm Oil Dialogue. Bis zu 400 Besucher aus aller Welt nahmen an der digitalen Veranstaltung teil.
Jolanda van Roon (EPOA) spricht die Schlußworte des Sustainable Palm Oil Dialogue |
![]() |
Themen, die engagiert diskutiert wurden, waren Entwaldungsfreie Lieferketten und die Frage nach regulatorischen Maßnahmen. So erklärte Sebastian Lesch, Referatsleiter für International Agrarpolitik, Landwirtschaft, Innovation beim BMZ, dass der Palmölsektor mit Standards wie dem RSPO gut für die EU-Regulierung aufgestellt sei. Auch nationale Standards wie ISPO oder MSPO hätten sich aus seiner Sicht auf den Weg gemacht.
Die Diskussion drehte sich auch um Verbraucherverhalten und die Einstellung zu Palmöl. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Veranstaltung, und hier die Mitschnitte der einzelnen Panels.
+Fortschritte bei FONAP-Projekt
Das FONAP-Projekt ist um vier Monate auf Ende März 2021 verlängert worden (wir berichteten). Der Zugang zu den Palmölplantagen ist nach dem Corona-Lockdown wieder erlaubt und alle Projektbeteiligten versuchen, die Zeit aufzuholen.
Die Kleinbauern und -bäuerinnen werden im Umgang mit nachhaltigeren Anbaumethoden wie dem Einsatz von organischen Düngemitteln geschult. Hierzu sind zu Trainingszwecken bereits sechs Demonstrationsflächen auf Plantagen eingerichtet worden.
![]() |
Eine von sechs neuen Demonstrationsflächen - Schulung mit organischen Düngemitteln |
Außerdem werden die Teilnehmer*innen in der Benutzung der PalmoilTrace-FarmGate App der Firma Koltiva geschult. Die App zeichnet Transaktionen von zertifizierten Kleinproduzent*innen und Palmölhändler*innen auf. Die Rückverfolgbarkeit von zertifiziertem Palmöl wird damit lückenlos. In den letzten Monaten wurde die App von den Teilnehmer*innen evaluiert und die Ergebnisse an die Firma Koltiva gespiegelt.
+FONAP Online Seminare
Das FONAP etabliert sich weiter als Austauschplattform für Nachhaltigkeitsthemen rund um nachhaltiges Palmöl. So wurden die FONAP-Mitglieder am 17. September von Professor Dr. Hans Joosten (Universität Greifswald) umfangreich zum Thema Torfmoorböden und Palmölanbau informiert.
Die neuesten Entwicklungen der Palm Oil Innovation Group (POIG) und ihre Funktionsweise wurden ebenfalls im September präsentiert. Mit an Bord waren unter anderem der WWF oder die Musim Mas Gruppe. Im Juli vermittelte die Firma OLAM neueste Erkenntnisse zu Schutzgebietsmanagement rund um Palmölplantagen in Gabun.
Teilweise mehr als 100 Zuhörer*innen beteiligten sich. Fragen zu nachhaltigen Lieferketten oder zur ökologischen Bedeutung von Torfböden konnten geklärt werden. Ein Zuhörer von Professor Joostens Vortrag meinte: „Ich habe selten so viel gelernt in anderthalb Stunden.“ Die Serie von Online-Seminaren im FONAP wird weiter fortgesetzt.
+++
Fünf Jahre FONAP e.V.
Digitale Generalversammlung als Geburtstagsfeier
Die diesjährige Generalversammlung steht unter der Überschrift - Fünf Jahre FONAP e.V. – Gemeinsam einer nachhaltigen Zukunft verpflichtet. Zu einem guten Geburtstag gehört ein Rückblick auf bisher Erreichtes. Aber das FONAP will auf der Generalversammlung am 24. November gemeinsam mit seinen Gästen auch in die Zukunft schauen.
Ein Highlight ist die neueste FONAP-Palmölstudie. Über die letzten Monate hat ein unabhängiges Institut Daten über die Verwendung von Palmöl gesammelt – in Deutschland sowie weltweit. Die Studie ist unvergleichlich – alle zwei Jahre werden diese Daten erfasst. Der Fokus der Studie liegt wieder auf Deutschland. Das FONAP interessiert vor allem die Frage, wieviel nachhaltiges Palmöl in den einzelnen Wirtschaftssektoren verwendet wurde. Eine anschließende Podiumsdiskussion unter anderem mit Dr. Eva Müller vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Professor Matin Qaim (Universität Göttingen) beschäftigt sich mit den Ergebnissen und wird auch Ableitungen für die Zukunft bilden.
![]() |
Mit auf dem Panel: Dr. Eva Müller, Mitglied im FONAP-Vorstand und Leiterin der Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im BMEL |
![]() |
Keynote Speaker: Professor Erik Meijaard vom International Union for Conservation of Nature ist auf der diesjährigen Generalversammlung |
„Wir sind sehr auf die Ergebnisse gespannt. Das FONAP treibt mit seinen Allianzpartnern zusammen die Agenda für nachhaltige Palmölproduktion weiter voran. Diese Arbeit wird regelmäßig reflektiert und unabhängig kontrolliert,“ sagt Almut Feller, Vorstandsvorsitzende des FONAP.
Die Keynote spricht in diesem Jahr Professor Erik Meijaard vom International Union for Conservation of Nature (IUCN).
Premiere auf der FONAP-Generalversammlung: Alles digital! |
![]() |
Die Generalversammlung feiert auch eine Premiere. Sie wird zum ersten Mal digital abgehalten. Eine echte Herausforderung, findet Almut Feller: „Wir haben ein breitgefächertes Programm vor uns. Während drei Stunden wollen wir unsere palmölinteressierten Besucherinnen und Besucher auf den neuesten Stand der Diskussion bringen. Inhaltlich und technisch sind wir gut vorbereitet.“
Die FONAP-Generalversammlung ist öffentlich. Sie sind herzlich eingeladen! Weitere Informationen finden Interessierte unter diesem Link.
„Kontroverse Themen reizen mich“
Interview mit Professor Matin Qaim zu Vereinbarung Palmölanbau, Umweltschutz und Armutsbekämpfung
ZUR PERSON: Matin Qaim ist Professor für Agrarökonomie an der Universität Göttingen. Er forscht seit vielen Jahren zur Nachhaltigkeit von Palmöl mit speziellem Augenmerk auf den Kleinbauernsektor in Asien und Afrika.
FONAP: Professor Qaim, sie arbeiten seit Jahren zum Thema Palmöl. Palmöl ist ein vieldiskutierter Rohstoff. War das der Grund, weshalb Sie sich auf das Thema gestürzt haben?
Matin Qaim: Ja, kontroverse Themen reizen mich, weil man mit der Forschung dann ganz unmittelbar zur öffentlichen Diskussion beitragen kann, indem man gängige Argumente entweder mit Daten belegt oder zum Teil auch widerlegt. Palmöl hat in der Öffentlichkeit ein eher schlechtes Image, weil der Anbau von Ölpalmen mit zur Regenwaldabholzung und damit zum Klimawandel und zum Verlust der Artenvielfalt beiträgt. Zu den wirtschaftlichen und sozialen Effekten in den Anbauländern gab es aber – als wir vor rund 10 Jahren mit unserer Forschung zu diesem Thema begannen – kaum seriöse Daten und Ergebnisse. Also eine klare Forschungslücke.
![]() |
Professor Dr. Matin Qaim, Universität Göttingen |
FONAP: In Ihrer jüngsten Studie haben Sie sich ausgiebig mit den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Effekten der Palmölproduktion auseinandergesetzt. Kann man bilanzierend sagen: Einfache Antworten gibt es nicht?
MQ: Die Palmölproduktion ist als solches weder gut noch schlecht, insofern gibt es tatsächlich keine einfachen Antworten. Die ökologischen Probleme der wachsenden Ölpalmenplantagen sind offensichtlich. Allerdings darf man eben auch nicht übersehen, dass Ölpalmen pro Hektar viel mehr Pflanzenöl produzieren als alternative Ölpflanzen wie Soja, Raps oder Sonnenblumen. Palmöl zu verbannen – so wie es teilweise gefordert wird – und die wachsende globale Nachfrage nach Pflanzenöl nur mit Alternativen zu decken, hieße letztlich, dass noch mehr Naturräume in Ackerland umgewandelt werden müssten. Das wäre auch keine nachhaltige Lösung. Hinzu kommt, dass vor allem in Asien und Afrika ein erheblicher Teil des Palmöls von Kleinbauern produziert wird. Der Palmölboom der letzten Jahrzehnte hat in Ländern wie Indonesien und Malaysia erheblich mit zur Armutsreduktion im ländlichen Raum beigetragen.
FONAP: Sie appellieren an die Wirtschaft, Politik und Konsumenten mit Blick auf Palmöl mehr auf Nachhaltigkeit zu setzen. Da stimmen wir Ihnen vom FONAP sehr zu. Welchen Rat haben Sie, den Gedanken der Nachhaltigkeit beim Thema Palmöl noch besser durchzusetzen?
MQ: Ökologisch besonders sensible Regenwaldflächen sollten von weiterer Abholzung unbedingt verschont bleiben. Dazu braucht es klar definierte Regeln, die dann auch durchgesetzt werden. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist zudem, die Ölpalmenerträge weiter zu steigern, denn das kann die Produktion erhöhen, ohne dass dafür zusätzliches Land benötigt wird. Da gibt es durch gezielte Forschung noch viel Luft nach oben. Vor allem im Kleinbauernsektor könnten auch durch besseres Training und Zugang zu Krediten und modernen Technologien die Erträge erheblich gesteigert werden. Außerdem sind Programme der Nachhaltigkeitszertifizierung – wie etwa RSPO – noch nicht ausreichend auf Kleinbauern zugeschnitten. Natürlich ist es technisch und administrativ aufwendiger, Programme mit Kleinbauern anstatt mit großen Firmen und Plantagen durchzuführen, aber wenn wir es ernst meinen mit allen drei Säulen der Nachhaltigkeit – nämlich Ökologie, Wirtschaft und Soziales – führt in vielen Ländern kein Weg am Kleinbauernsektor vorbei.
FONAP: Was raten Sie den Produktionsländern? Sie stehen bei Ihren Forschungen ja in engem Kontakt mit Ihren Kollegen von der IPB University Bogor in Indonesien!
MQ: Ja, unsere Forschung in Indonesien führen wir in enger Kooperation mit lokalen Partnern durch, die unsere gemeinsamen Ergebnisse auch unmittelbar in die nationalen Diskussionsprozesse einspeisen. Ein wichtiger Schritt in Indonesien wäre, die veralteten Landnutzungskarten zu aktualisieren und dabei auf der einen Seite klare Naturschutzzonen auszuweisen und auf der anderen Seite Landrechte für Kleinbauern und lokale Communities verbindlicher zu regeln. Formale Landtitel helfen nicht nur dabei, Konflikte zu vermeiden, sondern sie verbessern auch den Zugang von Kleinbauern zu Krediten und schaffen Anreize für Investitionen. Das Ganze könnte durch spezielle Förder- und Trainingsprogramme für nachhaltiges Management weiter unterstützt werden.
FONAP: Ihre Forschungen im Bereich Palmölanbau gehen in den nächsten Jahren weiter – wo werden Sie die Schwerpunkte setzen?
MQ: Eine Frage, die wir in einem großen interdisziplinären Team in Indonesien weiter untersuchen, ist, inwiefern Mosaiklandschaften – wo Ölpalmenfelder mit Bäumen, Waldstreifen und anderen natürlichen Landschaftselementen kombiniert werden – dazu beitragen können, wirtschaftliche und soziale Ziele besser mit ökologischen Zielen zu vereinbaren. Außerdem haben wir auch mit Forschung zum Palmölsektor in Westafrika begonnen, wo die Ölpalme ja ursprünglich herkommt. In Afrika wird der nächste Wachstumsboom für die Palmölproduktion erwartet, so dass man einiges von den gemachten Erfahrungen in Südostasien lernen kann.
Mit oder ohne Palmöl?
Studie über Verbraucherpräferenzen und den Einfluss von Informationen
Wie entscheiden sich Verbraucher*innen im Supermarkt, wenn sie vor der Wahl zwischen Produkten stehen, die entweder explizit als „palmölfrei“ gekennzeichnet sind oder ein Nachhaltigkeitssiegel tragen?
Im Rahmen des Forschungsprojekts zu entwaldungsfreien Lieferketten am Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig wurde in den letzten Monaten diese Frage mithilfe einer Online-Befragung mit 1.000 Personen in Deutschland untersucht.
Das Experiment wurde in zwei Teilen durchgeführt; einmal ohne zusätzliche Informationen zu Palmöl und den verschiedenen Kennzeichnungen, und einmal nach entsprechender Informationsgabe. Anhand des Entscheidungsverhaltens der Teilnehmer*innen wurden dann Präferenzen und Zahlungsbereitschaften für die unterschiedlichen Produkteigenschaften berechnet. Studienleiterin Cordula Hinkes kommt zu dem Ergebnis, „dass die Präferenzen für RSPO-zerifiziertes Palmöl ohne weitere Informationsgabe gering sind. Für palmölfreie Produkte wurden jedoch klar positive Werte ermittelt.“
![]() |
Studienleiterin Cordula Hinkes vom Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig |
Nachdem Informationen zu Palmöl und den Zertifizierungssystemen gegeben wurden, fielen die Präferenzen für beide Varianten der RSPO-Zertifizierung deutlich stärker positiv aus.
Damit zeigt sich, dass generell die Akzeptanz für Produkte mit zertifiziertem, nachhaltigem Palmöl mithilfe von entsprechenden Informationen über die Zertifizierungssysteme erhöht werden kann. Insgesamt wurde festgestellt, dass der Bekanntheitsgrad von RSPO-Zertifizierung sehr gering ist. 86 % der Teilnehmenden gaben an, dass sie noch nie zuvor von RSPO gehört hatten. Hier entstehen mögliche Spielräume, findet Cordula Hinkes: „Vorstellbar wären beispielsweise klar verständliche Informationskampagnen zu Palmöl, die dessen Vorteile im Vergleich zu Alternativen und die wichtigsten Kriterien der RSPO-Zertifizierung darstellen. In unserer Analyse haben wir verschiedene Verbrauchergruppen identifiziert, von denen manche eher von Zertifizierung zu überzeugen sind als andere. Hier könnten Informationen gezielt ansetzen.“
Über alle Rohstoffe hinweg
Die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten INA stellt sich vor
- Ein Gastbeitrag von Thilo Liedlbauer (GIZ/INA)
Armut, Entwaldung oder der Klimawandel machen keinen Unterschied zwischen Kakao, Kaffee, Banane oder Palmöl. Wir haben es hier mit systemischen Herausforderungen zu tun, die in gewissem Maß alle globalen Lieferketten betreffen. Wenn es darum geht, Lieferketten nachhaltiger zu machen, ist es also wenig verwunderlich, dass ein Denken in Rohstoffen nur in bedingtem Maße zum Ziel führen kann.
Aus Rohstoffsilos auszubrechen ist der Grundgedanke der „Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten“, kurz INA. Es geht darum, über die Betrachtung einzelner Lieferketten hinauszugehen und in Querschnittsthemen zu denken. Lösungen und Best-practices wollen wir auch auf andere Wertschöpfungsketten ausweiten und diese skalieren.
Was für eine Wertschöpfungskette funktioniert, kann auch für andere einen Mehrwert bringen. Solche guten Praktiken kann man allerdings nur in die Breite tragen, indem man sich dazu austauscht. Die INA bringt dazu Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammen, um eine Wissensgemeinschaft zu bilden. Hierzu veranstalten wir Werkstätten und Online Seminare zu Themen wie Digitalisierung, Kinderarbeit oder dem Sorgfaltspflichtengesetz.
Die informative Homepage der INA: Einzelne Lieferketten betrachten und in Querschnittsthemen denken |
Es wird aber nicht nur geredet. Die INA setzt konkrete Projekte um, in denen bewährte sowie innovative Ansätze in die Breite getragen werden. Derzeit ist die INA in Kolumbien, Äthiopien, Westafrika und Mosambik aktiv. Immer wird dabei eine ganze Region in den Blick genommen. Das bedeutet, verschiedenste Produkte wie Palmöl, Kaffee, Cashew, Bienenwachs oder Gewürze spielen hierbei eine gemeinsame Rolle.
In Äthiopien geht es beispielsweise darum, eine nachhaltige Anbauregion auf Ebene des Woreda Nono Sale aufzubauen. Kleinbauernfamilien dort bauen vor allem Kaffee und Gewürze an. Häufig gehen sie nebenbei der Imkerei nach. Der Honig wird auf dem lokalen Markt verkauft, das Bienenwachs wurde bisher aber nicht wirtschaftlich genutzt.
Mit ihrem ganzheitlichen Ansatz wird INA hier auf mehreren Ebenen aktiv: Zum einen soll der äthiopische regionale Kaffee als Spezialitätenkaffee mit hohem Qualitätsprofil ausgebaut werden. Dazu kommt ein digitales Rückverfolgbarkeitssystem, in dem die jeweilige Lieferkette erfasst wird und eine eigene „Identität“ erhält. Zum anderen geht es darum, für bisher nicht genutztes Bienenwachs neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen.
Sie sehen: Die INA bietet ein breites Angebot und unterschiedliche Mitgestaltungsmöglichkeiten. Wir haben eine offene Struktur, keine feste Mitgliedschaft und orientieren uns daher stark an den Impulsen aus unserem stetig wachsenden Stakeholderkreis. Wenn mehrere Akteure gemeinsam an einem Projekt arbeiten wollen, bietet die INA dafür einen guten Rahmen. Werden auch Sie ein*e Mitstreiter*in der INA und melden sich gerne bei unserem Team unter ina@giz.de.
Wer sich darüber hinaus kurzweilig über nachhaltige Agrarlieferketten informieren möchte, sollte unseren Podcast „Vom Feld ins Regal“ hören und sich auf unserer Website die Themen der nachhaltigen ländlichen Entwicklung anschauen.
Das FONAP ist demnächst Gast im Podcast „Vom Feld ins Regal“ – wir informieren sie über unseren Twitter-Kanal.
PRESSESCHAU
Presseportal – 22.09.2020
Positive Zuwächse bei nachhaltigem Palmöl
https://www.presseportal.de/pm/117245/4713993
Der Spiegel – 01.10.2020
USA verhängen Einfuhrstopp für weltgrößten Palmölproduzenten
eco-business – 22.09.2020
India can stop palm oil deforestation in Southeast Asia
https://www.eco-business.com/opinion/india-can-stop-palm-oil-deforestation-in-southeast-asia/
The Malaysian Reserve – 22.09.2020
Nestlé to blacklist unsustainable suppliers
https://themalaysianreserve.com/2020/09/22/nestle-to-blacklist-unsustainable-suppliers/
Foodbev – 06.10.2020
Mars achieves deforestation-free palm oil supply chain
Frankfurter Rundschau – 05.10.2020
Die letzte Chance für ein Lieferkettengesetz?
https://www.fr.de/meinung/gastbeitraege/die-letzte-chance-fuer-ein-lieferkettengesetz-90061387.html
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
der FONAP-Newsletter kann und will die Corona-Krise nicht ausblenden. Das Virus hat auch die Palmöl-Branche fest im Griff. Inwiefern die Produktion und der Absatz von Palmöl eingeschränkt ist und welche Anstrengungen die FONAP-Mitglieder gegen die Krise unternehmen, erfahren Sie in diesem Newsletter.
Das Forum Nachhaltiges Palmöl startet ab 2021 in eine neue Phase und passt seine Ausrichtung neu an. Die Mitglieder sind aufgerufen, sich über neue Strategien Gedanken zu machen. In Zeiten von Corona sind persönliche Begegnungen bei Workshops unmöglich. Die Strategieentwicklung vollziehen die FONAP-Mitglieder deshalb aus dem Homeoffice.
Auch berichtet dieser Newsletter über den aktuellen Stand des FONAP-Kleinbauernprojekts in Malaysia – wie gehen die Menschen dort mit den Einschränkungen um?
In der Schweiz hat sich ein Palmöl Netzwerk gegründet. Über die Beweggründe und Ziele der Initiative führten wir ein Interview mit Stefan Kausch, dem Koordinator des Netzwerks.
Und – FONAP hat eine ziemlich einzigartige Publikation vorgelegt. Eine anschauliche Handreichung, die komplexe Themen wie Derivate, Fraktionen oder Emulgatoren übersichtlich darstellt.
Und jetzt viel Spaß beim Lesen. Weitere aktuelle Informationen zum FONAP und nachhaltigem Palmöl finden Sie wie immer unter TWITTER.
Konsequent gemeinsam gestalten
FONAP-Strategieentwicklung trotz Corona
Der 17. März 2020 sollte ein wichtiger, ein besonderer Tag werden. Das Hotel in Berlin war gebucht. Die Mitglieder eingeladen. Die Besprechungsräume angemietet, Marker, Flipp-Charts und Schreibkärtchen eingepackt. Und dann erfolgte, wenige Tage vor dem 17. März, die Absage der Zukunftswerkstatt im geplanten Format.
Das Corona-Virus durchkreuzt sämtliche Planungen und zwingt alle zu veränderten Arbeitsweisen. FONAP hat aus der Not eine Tugend gemacht und gestaltet seine Zukunftswerkstatt digital. Die Mehrheit der Mitglieder engagiert sich konzentriert bei den einzelnen Meetings und bringt vielfältige, kreativen Ideen und Vorschläge in die Arbeitsgruppen ein. Aus der geplanten, eintägigen Zukunftswerkstatt wurde also ein Prozess, der sich auf mehrere Veranstaltungen verteilt und nach zweimonatiger intensiver Arbeit in einem neuen Termin für die Zukunftswerkstatt am 12. Mai 2020 mündet.
Strategieentwürfe aus dem Homeoffice - FONAP-Mitglieder bei der Arbeit |
Die Zukunftswerkstatt ist für FONAP von großer Bedeutung, „weil wir dort mit den Mitgliedern die Grundlagen unserer gemeinsamen Arbeit für die kommende Dekade erarbeiten möchten. Die zusätzlichen Mühen unter kurzfristig besonderen Bedingungen lohnen sich, und ich bin sehr dankbar, dass sich so viele Mitglieder konsequent am gemeinsamen Gestalten beteiligen“, sagt Almut Feller, FONAP-Vorsitzende.
FONAP geht im kommenden Jahr in eine neue Phase, wird sich neu ausrichten und weitere Antworten finden zu Themen wie: Entwaldungsfreiheit, Erhalt von Naturraum, Kampf gegen Ausbeutung und Diskriminierung, eine gerechte Entlohnung und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage.
Die Gedanken der FONAP-Verantwortlichen gehen aber nicht nur in die fernere Zukunft. 2020 ist ein besonderes Jahr für den Verein, der im Herbst seinen fünften Geburtstag feiert. In welcher Form das Jubiläum begannen werden kann ist zum jetzigem Zeitpunkt nicht absehbar
Weitere Veranstaltungen sind geplant. Am 24. November lädt FONAP zu seiner großen Generalversammlung. Ein weiteres wichtiges Ereignis ist die öffentliche Präsentation der neuesten, bereits dritten Palmöl-Studie. Diese besondere Analyse sammelt Daten und Fakten zu Palmölverbrauch und Nutzung von nachhaltigem Palmöl in Deutschland. Dazu ist eine Pressekonferenz geplant.
Weitere Untersuchungen, Studien und Berichte sind in Planung oder bereits unterwegs. Das gilt auch für mehrere Webinare zu Themen wie Zertifizierung oder Lieferkettenstandards.
Spekulationen, Unsicherheiten und Hoffnungen
Palmölproduktion in Zeiten von Covid 19
Corona nimmt Einfluss auf alle Wirtschaftsbereiche, weltweit. So auch bei den Rohstoffen. In Vietnam ist der Handel mit Kaffeebohnen durch eine Kontaktsperre weitgehend zum Erliegen gekommen. Ebenso sind indische Bananenfarmer und Kautschukproduzenten betroffen, während Hygienekontrollen den Export von argentinischem Soja behindern. Auch der Palmölpreis fällt weiter.
Die Exporte von Rohpalmöl aus Indonesien gingen bereits im Januar stark zurück, da die neuartige Coronavirus-Pandemie die weltweite Nachfrage sinken ließ.
Indonesiens Palmöl-Exporte schrumpften im Januar um 35,5 Prozent auf 2,39 Millionen Tonnen, so der indonesische Ölpalmenbauernverband. In den Monaten Februar und März hat sich dieser Trend weiter fortgesetzt. “Die neuartige Coronavirus-Pandemie hat die Weltwirtschaft verlangsamt und den Verbrauch von Pflanzenöl gesenkt”, sagte der Exekutivdirektor des Verbandes, Mukti Sardjono, und fügte hinzu, dass die Palmöl-Lagerbestände der Importländer weiterhin hoch seien.
Ähnliche Nachrichten erreichen den Verein aus Malaysia, dem zweitgrößten Palmölerzeugerland. Dort leidet die Produktion auch unter dem Shutdown. Transporte finden nicht statt. Bauern dürfen ihre Plantagen nicht mehr betreten. Die Ölfrüchte können nicht rechtzeitig geerntet werden, verlieren damit an Qualität und müssen schlimmstenfalls entsorgt werden. Nageeb Wahab, Chef der Malaysian Palm Oil Association, sagt: „Selbst, wenn wir exportieren könnten, wir hätten nichts zum Verschiffen. Die Lager sind weitestgehend leer.“
DAZU: Interview mit Dr. Christian Gradert, ICOF Europe
Wie ist es um die Versorgungslage mit Palmöl in Deutschland bestellt? Wie reagieren die globalen Märkte auf die Krise? Dazu äußerte sich im Interview Dr. Christian Gradert von Intercontinental Oils & Fats Europe GmbH (ICOF Europe). ICOF Europe ist langjähriges FONAP-Mitglied.
![]() |
Das Kerngeschäft der ICOF Europe GmbH ist der Vertrieb von oleochemischen Produkten, erzeugt aus Palm- und Palmkernöl, in Europa sowie Teilen des mittleren Ostens und Nordafrika. ICOF ist Mitglied der Musim Mas Gruppe, einem der größten Palmölproduzenten der Welt.
Dr. Christian Gradert, ICOF Europe |
Herr Gradert, können Sie uns einen Überblick geben über die globale Palmölproduktion in Zeiten von Corona?
Es ist derzeit schwierig, eine für die gesamte Industrie gültige Aussage zur Produktion, dem Konsum und der zukünftigen Verfügbarkeit von Palmöl zu treffen.
In den Ursprungsländern Indonesien und Malaysia haben die Regierungen erst vor kurzem begonnen, die Einschränkungen für die Industrie und die Bevölkerung zu verschärfen. Eine Maßnahme, die zu einer schnelleren Bewältigung der Krise, aber auch zu zwischenzeitlichen Beeinträchtigungen in der Lieferkette führen kann. Industrien z. B. im Bereich Lebensmittel – also auch Palmöl – sollen von diesen Beschränkungen ausgenommen sein. Da die Einschränkungen noch relativ neu sind und jederzeit verschärft oder gelockert werden können, werden wir jedoch die kommenden Wochen abwarten müssen, um die genauen Auswirkungen auf die Lieferkette in Europa abschätzen zu können.
Blicken wir nach Europa, so scheint die Logistik nach Verbesserung der Grenzkontrollen derzeit wieder einigermaßen reibungslos zu funktionieren. Raffinerien und verarbeitende Industrien sind stark automatisiert und wären auch im Falle von geringer Besetzung vor Ort meist voll funktionsfähig.
Auf der Konsumseite scheint jedes Unternehmen, das Palmöl und dessen Fraktionen sowie Derivate für die Produktion benötigt, unterschiedlich auf die derzeitige Situation zu reagieren. Es gibt einige Unternehmen, die – wie in der Automobilindustrie – ihre Produktion stark herunterfahren. Bei anderen Unternehmen beobachten wir kaum eine Änderung im Bedarf.
Gibt es Unterschiede zwischen konventionellem und nachhaltig-zertifiziertem Palmöl?
Die Produktion von nachhaltig-zertifiziertem und nicht-zertifiziertem Palmöl ist logistisch und geographisch eng verbunden. Einschränkungen, die durch die örtlichen Regierungen verhängt werden, treffen zertifizierte und nicht zertifizierte Produzenten gleichermaßen.
Während bei uns in Europa Audits nach dem Supply Chain Standard teilweise über remote-Desktop durchgeführt werden können, ist dies bei Plantagen und Mühlen bedeutend schwieriger. Die Zertifizierungsorganisationen zeigen sich jedoch auch hier meist kulant und erlauben die Verschiebung von Überwachungsaudits auf einen späteren Zeitpunkt, sodass der Zertifizierungsstatus vorerst keine Ursache einer Einschränkung darstellen sollte. Natürlich ist auch dies abhängig von der Dauer der Pandemie.
Was beobachten Sie bei anderen Pflanzenölen?
Als Händler von Derivaten, welche hauptsächlich aus Palmöl stammen, erreichen uns nur verzögert Informationen zu anderen Pflanzenölen.
Klar ist jedoch, dass sich die Pandemie auf jedem Kontinent anders entwickelt und sich auch die Auswirkungen auf Menschen und (Land-)Wirtschaft von Land zu Land stark unterscheiden.
Für die europäischen Ölsorten wie Raps oder Mais sehe ich derzeit die geringsten Auswirkungen durch die Pandemie.
In der Region Südamerika scheint die Entwicklung der Pandemie zeitlich etwas versetzt stattzufinden, was es schwer macht, den Einfluss auf die Soja-Produktion vorherzusagen.
Welche Preisentwicklung ist beim Palmöl zu erwarten?
Wie bereits bei den Aussagen zur Verfügbarkeit erwähnt, wird der Preis nicht alleine von den direkten Auswirkungen der Pandemie bestimmt. Es könnten sich hier weitere indirekte Kreuzauswirkungen durch eine schwankende Nachfrage ergeben, welche sich sowohl positiv als auch negativ auf die Preise auswirken können. So oder so ist damit zu rechnen, dass die Preise stärkeren kurzfristigen Schwankungen ausgesetzt sein werden als sonst.
FONAP-Projekt in Malaysia
Auch Kleinbauern von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen
Im Dezember 2019 wurde die zweite Phase des FONAP-Kleinbauernprojektes mit den Partnern Wild Asia und WWF gestartet. Der Palmölsektor ist – wie viele andere Branchen auch – durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus seit März 2020 beeinträchtigt. Das betrifft auch die FONAP-Projektaktivitäten in Malaysia. Dort wurden unter anderem Ausgangsbeschränkungen verhängt, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
„Zurzeit sind unter anderem Ölmühlen geschlossen und Palmölfrüchte können nicht verkauft werden. Generell ist die Mobilität extrem eingeschränkt. Das bedeutet geringere Einkommen für die Kleinbauern in der Projektregion. Darüber hinaus kann unser Kooperationspartner Wild Asia seine Schulungsaktivitäten und Treffen nicht wie geplant durchführen“, sagt Hari Arti Khalsa vom WWF.
Hari Arti Khalsa (l) mit Mitarbeitern und Kleinbauern beim Start der Projektphase zwei |
Das Forum Nachhaltiges Palmöl wird die Kleinbäuerinnen und -bauern in dieser schwierigen Situation weiter unterstützen. Dazu Sascha Tischer, stellvertretender Vorsitzender des FONAP: „Soweit machbar soll die verlorene Zeit durch den Lockdown wieder aufgeholt werden. Auch ist eine kostenneutrale Verlängerung des Projekts in einem gewissen zeitlichen Rahmen grundsätzlich möglich. Die Arbeitsgruppe „Projekt“ und der Vorstand werden in den nächsten Wochen zusammen mit WWF und Wild Asia diese und andere Möglichkeiten ausloten.“
Durch freiwillige Spendengelder der FONAP-Mitglieder wird die malaysische NGO Wild Asia unterstützt, Kleinbauern und -bäuerinnen in nachhaltigen Anbaupraktiken zu schulen und die Rückverfolgbarkeit von Palmöl mit einer innovativen App zu verbessern.
In den ersten vier Monaten der Projektlaufzeit konnten die Mitarbeitenden von Wild Asia bereits 36 Kleinbauern auf die Zertifizierung vorbereiten, 20 Kleinbauern konnten an Schulungen teilnehmen und drei Demonstrationsflächen wurden in Betrieb genommen. Außerdem konnten Palmölhändler für die Benutzung der App gewonnen werden. Weitere Informationen zum FONAP-Projekt finden Sie auf unserer Website.
„Die Bündelung der Kräfte“
In der Schweiz gründet sich das Palmöl Netzwerk
![]() |
Seit März diesen Jahres gibt es in der Schweiz das Palmöl Netzwerk, in dem sich acht namhafte Schweizer Unternehmen zusammengeschlossen haben. Über die Beweggründe und die Ziele der Initiative gab Stefan Kausch, dem Koordinator des Netzwerks, in einem Interview Auskunft. Stefan Kausch, Palmöl Netzwerk |
Herr Kausch, im März 2020 wurde das Palmöl Netzwerk gegründet. Was war der Auslöser dafür?
Alle im Palmöl Netzwerk beteiligten Akteure arbeiten zum Teil seit etlichen Jahren an ökologischen und sozialen Verbesserungen in der Palmölwertschöpfungskette. So gehört Migros zu den Gründungsmitgliedern vom RSPO. Alle haben Zielsetzungen und Strategien entwickelt, um die Palmölproduktion nachhaltiger zu machen. Was bisher fehlte: die Bündelung der Kräfte. Durch das Palmöl Netzwerk können die Marktakteure nun von ihren Erfahrungen gegenseitig profitieren, gemeinsam neue Projekte initiieren und ihre Anstrengungen und Resultate der Öffentlichkeit bekannt machen.
Stellen Sie den Leserinnen und Lesern das Netzwerk bitte etwas genauer vor: Sind Sie zum Beispiel – ähnlich wie das FONAP – eine Multiakteursplattform mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Interessengruppen?
Die acht Gründungsmitglieder Barry Callebaut, Coop, Florin, Migros, M-Industrie, Nestlé Schweiz, Nutriswiss und Pro Fair Trade repräsentieren Import, Verarbeitung und Einzelhändler und decken einen hohen Anteil des Palmölmarktes für Lebensmittel ab. Damit haben sich alle wesentlichen Akteure der Schweiz zusammengetan, um in den vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungsketten gemeinsam Einfluss zu nehmen und Wirkung zu erzielen. Eine Multistakeholderplattform sind wir noch nicht. Aber eine Begleitgruppe aus anerkannten Experten von Nichtregierungsorganisationen, Forschungseinrichtungen und Bund befindet sich im Aufbau. Sie wird die Aktivitäten des Palmöl Netzwerks mitgestalten und Impulse zur Weiterentwicklung geben.
Das FONAP zielt auf die Verwendung von 100 Prozent nachhaltig-zertifiziertem Palmöl in allen Wirtschaftssektoren. Gleichzeitig begleitet der Verein die Zertifizierungssysteme bei der Verbesserung ihrer Standards kritisch und konstruktiv. Was ist die Mission Ihres Netzwerks?
Wir gehen Schritt für Schritt vorwärts. Die RSPO Zertifizierung ist der Ausgangspunkt: In die Schweiz importiertes Palmöl und Palmkernöl für Lebensmittel ist bereits zu 99% nach RSPO zertifiziert. Auch wenn die Anforderungen für RSPO-zertifiziertes Palmöl im November 2018 verschärft wurden, bleibt die Weiterentwicklung des Standards sowie die Implementierung und glaubwürdige Überprüfung der beschlossenen Erneuerungen eine Herausforderung. Deshalb will das Palmöl Netzwerk seine Arbeit in der ersten Phase auf die bestehenden Lieferketten konzentrieren. Dazu definieren wir in einem Aktionsplan, wie die neuen Anforderungen bei den Lieferanten implementiert und deren Einhaltung kontrolliert werden können. In einer zweiten Phase ab 2021 werden wir den Fokus erweitern. Andere tropische Öle angehen, in die Schweiz importiertes verarbeitetes Palmöl (in Halb- und Fertigprodukten) einbeziehen oder Landscape-/Smallholder-Projekte unterstützen.
Wie wird das Thema Palmöl/nachhaltiges Palmöl in der Schweizer Öffentlichkeit diskutiert?
Palmöl hat auch in der Schweiz ein Imageproblem. Auch bei uns wird stark generalisiert und der Palmölanbau wird mit Abholzung von Urwäldern und Ausbeutung der Bevölkerung gleichgesetzt. Bei den anstehenden Diskussionen um das umfassende Freihandelsabkommen (CEPA) zwischen den EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) und Indonesien droht die Kulturpflanze zum Symbol gegen die Globalisierung und weitere Handelsabkommen zu werden. Dies obwohl die Schweiz kaum Palmöl aus Indonesien bezieht. Sehr wohl möglich, dass in Kürze in der Schweiz eine Volksabstimmung über das EFTA-Indonesien Abkommen stattfindet.
Und wie reagieren die Unternehmen darauf?
Die Mitglieder des Palmöl Netzwerks begegnen diesen Herausforderungen mit unterschiedlichen Strategien. Die Importeure Florin, Nutriswiss und Pro Fair Trade haben langfristige Handelsbeziehungen aufgebaut und beschaffen nachhaltig zertifiziertes Palmöl in Ländern wie Salomonen, Elfenbeinküste, Papua-Neuguinea, Kambodscha, Kolumbien. Nestlé ist Pionier bei der Transparenz und Rückverfolgbarkeit und überwacht illegale Abholzung und Landumwandlung mit einem Satellitensystem. Barry Callebaut ist Mitglied bei der Palm Oil Innovation Group (POIG) und entwickelt zusammen mit USAID eine Charta für nachhaltiges Kokosöl. Coop setzt bei konventionellen Lebensmittel-Eigenmarken auf Bio Suisse-zertifiziertes Palmöl. Wo möglich und sinnvoll haben die Mitglieder aber auch Palmöl mit anderen Ölen ersetzt.
Wie in anderen europäischen Staaten haben auch Sie es mit „Free from Palm Oil“-Claims zu tun! Wie geht Ihr Netzwerk damit um?
Unaufgeregt. Tatsache ist, dass Palmöl eine sehr effiziente Ölpflanze ist und dass sie, nachhaltig und zertifiziert angebaut, aus ökologischer Sicht eine sehr gute Wahl ist. Die andere Realität ist, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten mit ihrem Einkaufsverhalten die Regenwälder vor Abholzung schützen wollen. Da die Ausweitungen von Palmölplantagen regelmäßig für Negativschlagzeilen sorgen, ist es nachvollziehbar, dass ein Teil der Bevölkerung palmölfreie Produkte kauft. Die Importstatistik der Schweiz spiegelt diesen Trend: Vor zehn Jahren waren die Einfuhren von Palmöl und Palmkernöl für Lebensmittel noch um einen Viertel höher. Verhältnisse wie in Italien oder Frankreich, wo palmölfreie Claims auf vielen Verpackungen zu finden sind, erwarte ich in der Schweiz aber nicht.
Wichtig für uns: 1. Das Palmöl Netzwerk kümmert sich nicht um Trends, sondern will die Anbaubedingungen in den Ursprungsländern langfristig verbessern. 2. Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges und zertifiziertes Palmöl aus wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Sicht ein sehr wertvoller, sinnvoller und guter Rohstoff für die Lebensmittelindustrie ist. 3. Wir laden alle Marktakteure ein, sich für eine nachhaltige Palmölproduktion zu engagieren und – falls sie palmölfreie Produkte herstellen – die alternativen Rohstoffe auch nachhaltig zu beschaffen.
Einfach und ziemlich einmalig
FONAP-Mitglieder entwickeln neue Handreichung
Es sind nicht die Zeiten, in denen wir verwöhnt werden mit guten Nachrichten. Um so mehr freut sich das FONAP, eine ziemlich einmalige Publikation präsentieren zu können: Die Handreichung Derivate & Fraktionen.
Wer sich mit dem Thema nachhaltiges Palmöl befasst, kommt um Begriffe wie Derivate, Fraktionen, Tenside oder Emulgatoren nicht herum. Palmöl lässt sich in chemischen Prozessen in unzählige Teilstoffe spalten. Das sind sehr komplexe Vorgänge, die in erster Linie Chemikerinnen und Chemiker verstehen.
Deckblatt "Handreichung Derivate&Fraktionen"
|
![]() |
Im FONAP wurde deshalb der Ruf nach einer illustrierten und gut verständlichen Broschüre laut, die sich dem komplexen Thema der Fraktionen und Derivate bei nachhaltigem Palmöl annimmt. Der Grund: Es gebe immer wieder Vermittlungsprobleme zwischen Produzenten und Händlern und umgekehrt.
Diese Lücke soll diese Handreichung nun schließen. Andreas Knoell, FONAP Generalsekretär: „Die Handreichung ist ein Produkt der Arbeitsgruppe „Derivate“. Über mehrere Monate haben sich die Mitglieder am Entwicklungsprozess beteiligt. Deren Kompetenz hat uns zu einem sehr hilfreichen Dokument verholfen. Vielen Dank an alle Beteiligten!“
Die Handreichung steht ab sofort im Download-Bereich der FONAP Homepage zur Verfügung: In zwei Versionen: Als Digitalversion oder als Druckversion.
PRESSESCHAU
RND – 17.03.2020
Nachhaltiges Palmöl – geht das?
https://www.rnd.de/wissen/nachhaltiges-palmol-geht-das-D3K33OQTXND4DPJHRH56WEWFFI.html
proplanta – 09.04.2020
Abholzung für Soja und Palmöl soll verringert werden
The Edge Markets – 10.04.2020
Malaysia March palm oil stocks up 1.7% amid higher-than-expected output, exports
https://www.theedgemarkets.com/article/malaysia-march-palm-oil-stocks-17-173-mln-t-mpob
Eco-Business – 19.04.2020
As palm oil for biofuel rises in Southeast Asia, tropical ecosystems shrink
JakartaGlobe – 19.04.2020
A Helping Hand: Palm Oil Company Donates Ventilators for Covid-19 Hospitals
DER STANDARD – 20.04.2020
Warum immer mehr Palmöl verheizt wird
https://www.derstandard.at/story/2000116930383/warum-immer-mehr-palmoel-verheizt-wird
The Economic Times – 22.04.2020
Edible oil industry wants import of refined palm oil to be restricted
FONAP-NEWSLETTER III 2019
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
der letzte Newsletter in diesem Jahr informiert Sie über Neuigkeiten aus dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP). So ist zum Beispiel die zweite Phase des FONAP-Kleinbauernprojekts gestartet. Der Round Table of Sustainable Palm Oil (RSPO) hat bei seiner Hauptversammlung in Bangkok den wichtigen Standard für unabhängige Kleinbauern beschlossen. Was denken die Konsumenten in Deutschland über Palmöl – dazu gibt es eine neue Studie! Und Affen werden zu Helfern bei nachhaltigem Palmölanbau. Zunächst aber die wichtigsten Ergebnisse der diesjährigen FONAP-Mitglieder- und Generalversammlung in Berlin. Viel Spaß beim Lesen.
Klima, Menschenrechte und ein neuer Vorstand
Rückblick auf die diesjährige Mitglieder- und Generalversammlung
Das FONAP hat einen neuen Vorstand, darunter vier neue Gesichter. Neue Vorstandsvorsitzende ist Almut Feller (Ferrero Deutschland), ihr Stellvertreter ist Sascha Tischer (Sustainable Agriculture Network). Armin Hodzic (BMTrada Deutschland GmbH) zeichnet als Schatzmeister für die Einnahmen und Ausgaben des Vereins verantwortlich. Ebenfalls in den Vorstand wurden Cornelia Schröpfer (OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.) und Nina-Maria Gaiser (Borneo Orangutan Survival Deutschland e.V.) gewählt. Alle KandidatInnen wurden auf der letzten Mitgliederversammlung in den Vorstand gewählt, der somit wieder sechs Mitglieder hat.
Die Vertretung der Bundesregierung im FONAP-Vorstand wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) benannt und weiterhin von Frau Dr. Eva Müller, Leiterin der Abteilung Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im BMEL wahrgenommen. Der Vorstand ist für zwei Jahre gewählt.
Neuer FONAP-Vorstand - von links: Cornelia Schröpfer, Nina-Maria Gaiser, Sascha Tischer, Dr. Eva Müller, Almut Feller und Elisa Manukjan (Vertretung Eva Müller) - es fehlt Armin Hodzic
Einen Tag nach der Mitgliederversammlung hatte das FONAP zur öffentlichen Generalversammlung geladen.
Siebte Generalversammlung im Zeichen der Klimadebatte
Das Thema Klimaschutz steht nicht nur auf den globalen Agenden ganz oben, sondern auch beim FONAP. Auf der Generalversammlung wurde deutlich, dass nachhaltige Palmölproduktion auch einen erheblichen Beitrag für den Klimaschutz leistet. Vorstandsmitglied Dr. Eva Müller vom BMEL betonte in ihrer Eröffnungsrede: „Klimaschutz und Palmöl hängen eng zusammen. Jüngste Studien haben gezeigt, dass das Einsparpotential von CO2 Emissionen durch nachhaltige Produktionsprozesse im Palmölsektor auf bis zu 35 Prozent eingeschätzt wird. Nachhaltige Palmölproduktion ist also auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“
Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der 2.0 LCA Consulting aus Kopenhagen, die erstmalig die Klimawirkung von RSPO-zertifiziertem Palmöl untersucht hat. Dr. Jannick Schmidt von 2.0 LCA Consulting wurde per Videokonferenz aus Kopenhagen zur Generalversammlung zugeschaltet. In seinem Vortrag beschrieb er die Methodik der Studie und erklärte, wie die dänischen Forscher zu ihrem Ergebnis gelangt sind. Besondere Einsparpotentiale bei der nachhaltigen Palmölproduktion würden durch die energetische Nutzung der Mühlenabwässer und durch den Schutz der Torfböden entstehen, erklärte Dr. Jannick Schmidt den Zuschauerinnen und Zuschauern. Die ausführlichen Ergebnisse können Sie hier nachlesen.
Zwischenbericht zu Menschenrechtsstudie vorgelegt
Bei der Generalversammlung wurden außerdem erste Ergebnisse der Studie "Menschenrechte in der Palmöl-Wertschöpfungskette" diskutiert, die das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) für das FONAP durchführt. Ziel der Studie ist es, praktikable Lösungen für Unternehmen zu finden, wie sie ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Nutzung von Palmöl erfüllen können. Damit unterstützt das FONAP die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) der Bundesregierung.
Auf der Podiumsdiskussion wurden die ersten Ergebnisse intensiv diskutiert. Christian Gradert (ICOF Europe), einer der Diskussionsteilnehmer, sagte: „Die neuen Anforderungen des RSPO P&C 2018 geben uns ein starkes Werkzeug, um Menschenrechte zu erfüllen.“ Einigkeit herrschte unter den Podiumsrednern aber auch darüber, dass die Nutzung von Zertifizierungssystemen Unternehmen, die Palmöl verwenden, nicht von ihrer Sorgfaltspflicht entbindet. Trotzdem böte zum Beispiel der RSPO-Standard eine sehr gute Basis.
Podiumsdiskussion zu Menschenrechten
Die Studie „Menschenrechte in der Palmöl-Wertschöpfungskette“ wird weitergeführt. Im nächsten Schritt soll untersucht werden, mit welchen konkreten Maßnahmen die FONAP-Mitgliedsunternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen können. Ende 2020 werden den FONAP-Mitgliedern dann weitere Informationsmaterialien zur Verfügung stehen. Auch der Endbericht der Studie soll dann vorliegen.
Nachhaltigkeit gelebt – der Chester-Zoo
Mit einem weiteren Höhepunkt ist die diesjährige Generalversammlung zu Ende gegangen. Der Zoo der englischen Stadt Chester hat sich vorgestellt. Jenny Tegg, Nachhaltigkeitsbeauftragte des Chester Zoo, wurde aus der Stadt in der Nähe Liverpools per Videokonferenz zugeschaltet.
Jenny Tegg, live aus Chester
Der Chester Zoo ist mit seinen ca. 2 Mio. Besuchern jährlich einer der größten zoologischen Gärten Großbritanniens. Seit über fünf Jahren verfolgt der Zoo ein Ziel: nachhaltiges Palmöl zur Norm zu machen!
Zu Beginn des Projekts „Sustainable Palm Oil Challenge“ seien die Besucher mit Stellwänden und Prospekten über nachhaltiges Palmöl informiert worden. Laut Jenny Tegg wurde schnell deutlich, dass die meisten Besucher sehr an dem Thema interessiert seien. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass nur sehr wenig Wissen über nachhaltiges Palmöl vorhanden war. So wurde in einem ersten Schritt ein Einkaufsratgeber für Besucher erarbeitet. In einem weiteren Schritt konnten Restaurants und Cafés für die Idee gewonnen werden. Zunehmend wurde die Öffentlichkeit informiert, zum Beispiel durch Theaterprojekte mit Schülern oder Fortbildungen für Lehrer.
Jenny Tegg: „Unser Zoo wurde eine Anlaufstelle für das Thema „Nachhaltiges Palmöl“. Wir haben verschiedenste Materialien entwickelt. Wir haben Verhaltensweisen analysiert und überlegt, was verändert werden muss.“
Mit Erfolg! Nicht nur der Zoo, sondern die ganze Stadt Chester nutzt mittlerweile nur noch nachhaltiges Palmöl. Den Zuhörerinnen und Zuhörern gab Frau Tegg noch mit auf den Weg: „Wir sollten uns immer wieder selbst fragen, wie wir weiterleben wollen und wie wir unsere Natur bewahren können! Unser Modell des Chesters-Zoos, angepasst an eigene Bedürfnisse, ist leicht nachzuahmen!“ Diese Worte stießen bei den Gästen der Generalversammlung auf offene Ohren.
Mehr Ertrag durch nachhaltigeren Anbau
FONAP-Projekt geht in zweite Phase
Das Kleinbauernprojekt des Forums Nachhaltiges Palmöl e.V. (FONAP) geht in seine zweite Phase. Ausgewählte Kleinbauern und Bäuerinnen in Malaysia sollen besser in die globalen Palmöllieferketten integriert werden. Damit unterstützen die im FONAP organisierten Mitglieder aktiv die Förderung von nachhaltigeren Anbaumethoden in den Ursprungsländern. Die neue Phase dauert ein Jahr und wird im Rahmen einer Kooperation des FONAP mit dem WWF Deutschland und der malaysischen Nichtregierungsorganisation Wild Asia durchgeführt.Zum einen geht es darum, Kleinbauern im Umgang mit nachhaltigeren Anbaumethoden wie dem Einsatz von organischem Dünger zu schulen. Hierzu sollen zu Trainingszwecken Demonstrationsflächen auf Plantagen eingerichtet werden.
Eine App macht die Lieferketten transparenter
Zum anderen stellt die Rückverfolgbarkeit von Palmöl entlang globaler Lieferketten bis zur Plantage eine große Herausforderung dar und ist das zweite Kernthema des Projekts. Mittels einer mobilen App soll die Transparenz entlang der Lieferkette (von der Anbaufläche zur Ölmühle) vorangetrieben werden. Dafür wird die App PalmoilTrace – FarmGate der Firma Koltiva von einer Testgruppe von zertifizierten Kleinbauern und Zwischenhändlern für das Wiegen und für die Aufzeichnungen der Erntemengen eingesetzt.
FONAP-Projekt digital: Die App PalmoilTrace – FarmGate im Einsatz
„Die FONAP-Mitglieder freuen sich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit dem WWF und Wild Asia. Besonders vielversprechend erscheint uns die Anwendung digitaler Technologien, mit deren Hilfe wir gemeinsam einen großen Schritt nach vorne gehen. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft ist ein bedeutendes Entwicklungsfeld“, sagt die FONAP-Vorstandsvorsitzende Almut Feller.
„Damit wird die Rückverfolgbarkeit von zertifiziertem Palmöl lückenlos.“
Der Kooperationspartner Wild Asia hat bereits mehrjährige Erfahrung in der Unterstützung von Kleinbauern in Malaysia und Indonesien. Auch wendet Wild Asia bei seiner Arbeit erfolgreich IT-Lösungen wie Cloud-Plattformen und mobile Apps an. Dr. Reza Azmi, Direktor von Wild Asia, erklärt:
„Mit der App können wir Transaktionen von zertifizierten Kleinproduzenten und Palmölhändlern aufzeichnen. Damit wird die Rückverfolgbarkeit von zertifiziertem Palmöl lückenlos. Den Gebrauch werden wir schulen, um deren Anwendung auch für eine wachsende Gruppe von Produzenten zu ermöglichen.“
Dr. Reza Azmi beschreibt das FONAP-Projekt auf der Generalversammlung
Die zweite Phase des FONAP-Projekts baut auf den Erfahrungen der ersten Phase auf. Die erste Projektphase dauerte von Juli 2018 bis Juni 2019 und wurde in der Region Perak/Malaysia umgesetzt.
FONAP präsentiert sich erfolgreich in Bangkok
Ergebnisse der RSPO Jahresversammlung
Die 17. Hauptversammlung des Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO) stand im Zeichen der Shared Responsibility und der Verabschiedung des Standards für unabhängige Kleinbauern.
Shared Responsibility – der Meilenstein für eine gemeinsame Verantwortung aller Systemteilnehmer
Das Problem ist bekannt: Der globale Absatzmarkt nimmt seit Jahren viel weniger zertifiziertes Palmöl ab als hergestellt wird. Der Überschuss an zertifiziertem Palmöl wird dann als konventionelles Palmöl gehandelt.
Das Dokument zur Shared Responsibility soll diese Handhabe nun ändern. So soll für Hersteller von Konsumgütern und für Retailer eine Verpflichtung eingeführt werden, den Einkauf von zertifiziertem Palmöl im ersten Jahr nach Inkrafttreten um 15% im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. Danach sollen Entwicklungsziele anhand von jährlichen Prognosemodellen des RSPO umgesetzt werden, für deren Erreichung zum Beispiel auch Kleinbauernzertifikate eingesetzt werden sollen. Der Entwurf zur Shared Responsibility ist bereits öffentlich auf der Internetseite des RSPO verfügbar. Die finale Ausgestaltung der Shared Responsibility wird noch bis zum kommenden Jahr dauern.
Der RSPO Standard für unabhängige Kleinbauern ist verabschiedet
Im Anschluss an die Hauptversammlung trafen sich die Delegierten zur Generalversammlung. Der Höhepunkt war die Annahme des Zertifizierungsstandards für unabhängige Kleinbauern. Der Standard soll zukünftig den Kleinbauern einen vereinfachten Zugang zur RSPO-Zertifizierung ermöglichen.
In den kommenden Jahren soll dazu in einer Übergangsphase unabhängigen Kleinbauern der Verkauf von zertifiziertem Palmöl in Form von Zertifikaten, sogenannten „Credits“ ermöglicht werden. In mehreren Schritten wird dabei der Anteil der Menge, die bereits in das RSPO-System verkauft werden kann, erhöht. Im dritten Jahr sollen alle Anforderungen des Standards erfüllt werden und die gesamte Erntemenge kann entweder physisch oder als Zertifikat verkauft werden.
Die Haupt- und Generalversammlung fanden vom 03. - 06.11.2019 in Bangkok/Thailand statt.
Erfolg für das FONAP - Erste Nebenveranstaltung beim RSPO erzeugt große Resonanz
Am 04.11.2019 feierte das FONAP eine besondere Premiere beim RSPO: Gemeinsam mit dem Projekt Nachhaltige und Klimafreundliche Palmölproduktion und – Beschaffung (SCPOPP) und dem GIZ-Landesbüro in Bangkok veranstaltete das FONAP eine Nebenveranstaltung. Insgesamt nahmen 45 TeilnehmerInnen an der Veranstaltung teil. Das Thema der Veranstaltung lautete: „Ansätze des Wirkungsmonitorings von Zertifizierung“. Dazu wurden unterschiedliche Palmölprojekte präsentiert, darunter der Monitoringansatz des FONAP. Generalsekretär Andreas Knoell, der für das FONAP vor Ort war, zog eine positive Bilanz der Veranstaltung: „Wir konnten aufgrund klarer Monitoringansätze deutlich zeigen, dass Mensch und Umwelt von Kleinbauernprojekten profitieren. Außerdem ist es uns gelungen, dass FONAP als kompetente Netzwerkplattform auf der weltweit wichtigsten Fachkonferenz gut zu präsentieren.“
![]() Das FONAP Sideevent in Bangkok |
![]() |
![]() |
![]() |
Studie belegt: Deutsche wissen wenig über Palmöl
Interview mit Cordula Hinkes, Thünen-Institut, Braunschweig
Was wissen die deutschen Endverbraucher über Palmöl – und welche Einstellung haben sie dazu? Dazu hat das Thünen-Institut geforscht und nun die Ergebnisse vorgelegt. Ein Interview mit der Leiterin der Studie, Cordula Hinkes.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse Ihrer bisherigen Forschungsarbeit?
In den Fokusgruppen hat sich gezeigt, dass teilweise große Wissenslücken zum Thema Palmöl bestehen. Einige Personen haben angegeben, dass sie Produkte ohne Palmöl bevorzugen würden. Aber nur wenige wussten, welche Alternativen in den Produkten stattdessen angeboten werden – und ob diese Alternativen dann automatisch „besser“ sind als Palmöl. Es wurden überwiegend negative Einstellungen gegenüber Palmöl geäußert. Die Abholzung der Regenwälder und die Bedrohung von Tierarten wie dem Orang-Utan im Zusammenhang mit Palmöl-Plantagen wurden häufig erwähnt. Manche Teilnehmenden lehnten Palmöl aufgrund gesundheitlicher Bedenken ab. Als Alternative wurde dann aber teilweise Kokosöl genannt – was per se weder nachhaltiger noch besser für die Gesundheit ist. Der RSPO und die entsprechenden Siegel waren den Teilnehmern völlig unbekannt. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass die Hersteller auf vielen Produkten, die eigentlich zertifiziertes Palmöl enthalten, keine Siegel verwenden. Schriftzüge wie „ohne Palmöl“ werden dagegen positiv bewertet – ähnlich wie bei Angaben wie „ohne Zucker“ oder „ohne künstliche Zusatzstoffe“. In den Fokusgruppen wurde teilweise auch ein generelles Misstrauen gegenüber Zertifizierungssystemen geäußert. Es gibt so viele verschiedene Siegel auf Produkten, dass Verbraucher oft den Überblick verlieren können, welche Standards und welche Organisationen eigentlich dahinterstehen, und wie anspruchsvoll sie sind. Es wurde aber auch klar, dass Palmöl für viele Verbraucher beim Einkauf im Vergleich zu anderen Faktoren keine große Relevanz hat. Andere Aspekte wie der Preis, die Verfügbarkeit, der Geschmack oder vertraute Marken spielen bei Einkaufsentscheidungen vermutlich eine größere Rolle.
Cordula Hinkes, Thünen Institut Braunschweig |
![]() |
Auf Basis Ihrer Ergebnisse: was raten Sie, gerade mit Blick auf den Verbraucher? Der steht ja vor einem komplexen Thema!
In den Fokusgruppen-Diskussionen haben wir erste Erkenntnisse gewonnen, die sich aber aufgrund der Teilnehmerzahl – insgesamt 66 Personen in acht Gruppen – nicht verallgemeinern lassen. Hier besteht noch mehr Forschungsbedarf. Es gibt auch durchaus große Unterschiede in den Einstellungen; den deutschen Verbraucher gibt es nicht. In einem nächsten Schritt werden wir daher eine standardisierte Online-Befragung mit einer möglichst repräsentativen Teilnehmerzahl durchführen, um Rückschlüsse auf die Einstellungen und Präferenzen der Bevölkerung ziehen zu können. Dabei wollen wir auch herausfinden, ob sich beispielsweise anhand von soziodemographischen Faktoren oder Einstellungsmerkmalen verschiedene Verbrauchergruppen identifizieren lassen. Die bisherigen Erkenntnisse legen nahe, dass einige Verbraucher sich detailliertere Informationen zu Palmöl und Zertifizierung wünschen, und dann auch bereit wären, für Produkte mit zertifiziertem, nachhaltigem Palmöl mehr auszugeben. Insbesondere ist Aufklärungsarbeit dazu nötig, dass Produkte ohne Palmöl nicht zwangsläufig nachhaltiger oder besser für die Gesundheit sind als Produkte mit Palmöl. Man darf die Verbraucher aber auch nicht mit zu vielen Informationen überfordern. Die zunehmende Anzahl von verschiedenen Produktsiegeln macht den Einkauf tatsächlich zu einer immer komplexeren Aufgabe. Langfristig wäre es sicherlich hilfreich, verschiedene Zertifizierungskriterien zusammenzufassen, die Anzahl der Siegel damit zu reduzieren, und mithilfe von Information und Aufklärung das Verbrauchervertrauen in diese Systeme zu erhöhen.
Sie haben sich in Ihrer Forschung mit dem deutschen Konsumenten und dem Thema Palmöl auseinandergesetzt. Wie sind Sie vorgegangen – Sie erwähnten z.B. Fokusgruppen-Diskussion!
Ein Großteil des in Deutschland konsumierten Palmöls steckt in verarbeiteten Lebensmitteln, Kosmetik oder anderen Produkten. Uns interessiert, was Verbraucher eigentlich über Palmöl wissen und was sie davon halten, und ob ihre Kaufentscheidungen davon beeinflusst werden. In der kürzlich veröffentlichten Studie haben wir erst einmal mit qualitativen Methoden gearbeitet. Wir wollten einen ersten Überblick über die Bandbreite an Meinungen und Einstellungen bekommen und dabei auch in die Tiefe gehen. Fokusgruppen sind Diskussionsgruppen aus mehreren Teilnehmern zu einem bestimmten Thema. Wir wollten mit möglichst unterschiedlichen Menschen in Deutschland über Palmöl sprechen. Dazu haben wir beispielsweise darauf geachtet, Teilnehmer unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Bildungsstands und aus unterschiedlichen Regionen zusammenzubringen. Im traditionellen Fokusgruppen-Format sitzen die Teilnehmer an einem runden Tisch zusammen. Die Diskussion wird durch eine/n oder mehrere Moderator*innen geleitet. Meine Kollegin und ich hatten einen Fragenkatalog mit den wesentlichen Fragen vorbereitet, die wir in jeder Gruppe diskutieren wollten. Es bleibt aber auch noch genug Raum für spontane Fragen und Themen, die sich aus der Diskussion heraus ergeben können. Zusätzlich haben wir auch noch Online-Fokusgruppen im Format eines Gruppenchats durchgeführt und mit den Teilnehmer*innen über Textnachrichten in einem Chatroom diskutiert. Wir haben uns für dieses zusätzliche Format entschieden, weil wir so Menschen in verschiedenen Teilen Deutschlands erreichen konnten. Insgesamt haben wir vier traditionelle Fokusgruppen und vier Online-Fokusgruppen moderiert. Das verschriftlichte Datenmaterial habe ich dann inhaltsanalytisch ausgewertet und relevante Kategorien identifiziert.
Haben Sie unterschieden zwischen herkömmlich und nachhaltig produziertem Palmöl?
Ja, die Unterscheidung war für unsere Untersuchung sehr relevant, auch weil sich die Bundesregierung mit dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) für Nachhaltigkeitszertifizierung einsetzt. Freiwillige Zertifizierung nach anspruchsvollen Standards ist ein mögliches Instrument zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Palmölsektor. Wir haben in den Fokusgruppen das Thema Nachhaltigkeitszertifizierung angesprochen und dazu auch Siegel des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) gezeigt. In dem Zusammenhang ist es uns beispielsweise wichtig zu erfahren, ob Verbraucher überhaupt einen Unterschied zwischen konventionellem und zertifiziertem Palmöl machen. In den Diskussionen haben wir uns auf das Beispiel von Nuss-Nougat-Creme konzentriert, weil diese häufig konsumiert wird und oft Palmöl enthält. Mittlerweile gibt es im Supermarkt aber immer mehr Produkte, die kein Palmöl enthalten und auch entsprechend mit einem „ohne Palmöl“-Schriftzug gekennzeichnet sind. Damit werden Verbraucher angesprochen, die der Verwendung von Palmöl gegenüber kritisch eingestellt sind.
Was hat Sie und Ihr Institut dazu bewogen, sich mit dem Thema Palmöl auseinander zu setzten?
Das Thünen-Institut ist ein Bundesforschungsinstitut, das zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gehört. Die deutsche Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Umsetzung von entwaldungsfreien Lieferketten für Agrarprodukte zu unterstützen. Produkte wie Palmöl, Soja oder Kakao, die wir auch hier in Deutschland konsumieren, stehen in den Anbauregionen teilweise im Zusammenhang mit der Abholzung von Regenwäldern – mit negativen Folgen für Mensch, Umwelt und Klima. Wie genau sichergestellt werden kann, dass sich daran etwas ändert, bedarf weiterer Forschung. Daran arbeiten wir im Projekt „Begleitforschung zur Organisation von entwaldungsfreien Lieferketten“. Basierend auf den Ergebnissen unserer Forschung beraten wir das BMEL zu diesem Thema. Dabei haben wir uns bisher nicht nur mit Palmöl, sondern auch mit Soja beschäftigt.
Neuer Helfer auf Plantagen
Affen unterstützen Nachhaltigkeit im Palmölanbau
Bestimmte Affen könnten durch das Jagen von Ratten zu einer ökologischeren und damit nachhaltigeren Produktion von Palmöl beitragen. Die Südlichen Schweinsaffen suchen Palmenstämme aktiv nach Ratten ab, um sie zu fressen, wie Forscher aus Deutschland, Malaysia und Großbritannien im Fachmagazin «Current Biology» schreiben. Die Makakenart sei eine nachhaltige Alternative zu Rattengift, das nicht nur teuer und ineffizient sei, sondern auch anderen Tieren und der Umwelt im Allgemeinen schade.
Affengruppe frisst bis zu 3000 Ratten im Jahr
Die Forscher - unter anderem vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, vom MPI für evolutionäre Anthropologie und von der Uni Leipzig - beobachteten Südliche Schweinsaffen in einer Palmölplantage in Malaysia. Eine Makakengruppe mit einigen Dutzend Individuen fraß im Jahr demnach mehr als 3000 Ratten, schätzten die Forscher. Zwar vertilgen die Affen auch Früchte der Ölpalmen - allerdings in relativ kleinem Rahmen. Die Tiere zerstören dadurch weniger als ein Prozent der Ernte innerhalb ihres Reviers, wie die Forscher schreiben. Durch Rattenplagen hätten Plantagenbesitzer hingegen deutlich höhere Verluste von zehn Prozent zu beklagen.
Mehr Affen – weniger Rattengift
Die Forscher zeigten, dass sich die Zahl der Ratten durch regelmäßige Primaten-Besuche auf den Plantagen um mehr als 75 Prozent verringern lässt. Dafür müsse auch weniger Rattengift eingesetzt werden, was die Produktion bedeutend nachhaltiger mache. Die Wissenschaftler wollen sich nun zusammen mit Palmölproduzenten und Nichtregierungs-organisationen für eine ökologischere Rattenbekämpfung einsetzen. Wildtierkorridore sollen die Makakenpopulationen schützen - und die Biodiversität insgesamt erhöhen.
PRESSESCHAU
Mongabay - 04.November 2019
RSPO questions effectiveness of Indonesian palm plantation moratorium
https://news.mongabay.com/2019/11/rspo-indonesia-palm-oil-plantations-moratorium/
Schweizer Radio SRF – 16. November 2019
Malaysisches Palmöl – der zähe Kampf um Nachhaltigkeit
Spektrum der Wissenschaft – 20. November 2019
Wie nachhaltige Palmölproduktion funktionieren kann
https://www.spektrum.de/news/wie-nachhaltige-palmoelproduktion-funktionieren-kann/1687226
BBC Radio – 25. November 2019
Should I stop eating palm oil?
https://www.bbc.co.uk/programmes/w3csz1ty
The Business Times – 27. November 2019
Green palm oil push: Kit Kat, Dove makers could face fines
https://www.businesstimes.com.sg/consumer/green-palm-oil-push-kit-kat-dove-makers-could-face-fines
Eco-Business – 04. Dezember 2019
Campaign aims to make Singapore the world’s first sustainable palm oil country
ODER
The Straits Times – 06. Dezember 2019
Singapore could become world's first sustainable palm oil nation
FONAP - NEWSLETTER II/2019
|
Sehr geehrte Palmölinteressierte,
das Klima entscheidet über Regierungsbündnisse – das ist sicher eine der Erkenntnisse der vergangenen Europa-Wahl. Wie sehr beeinflusst aber die Palmöl-Produktion das Klima? Immerhin beträgt die weltweite Anbaufläche des Pflanzenöls 21 Millionen Hektar! Das entspricht in etwa 1,3 Prozent der globalen Agraranbaufläche. Welchen CO2-Abdruck hinterlässt Palmöl? Die Berechnungen sind schwierig. Um das Thema einzugrenzen, haben wir unsere Gesprächspartnerin Dr. Jennifer Lucey gebeten, einen besonderen Blick auf nachhaltige Palmölproduktion zu werfen. Außerdem vergleicht das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FIBL die Bioproduktion von Palmöl mit der des RSPO Standards. Die Grünen beziehen Stellung zum Thema Palmöl, die europäischen Palmölallianzen schließen sich zur Kampagne Sustainable Palm Oil Choice zusammen. Das FONAP wird sich in seiner aktuellen Projektphase schwerpunkthaft mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzten. Und, in einem Vergleich mit anderen Zertifizierungssystemen bekommt der RSPO die besten Noten.
Über dieses und mehr lesen Sie jetzt in unserem aktuellen FONAP-Newsletter. Weitere Nachrichten finden Sie wie immer auf unserem Twitter-Kanal.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß. Ihr FONAP-Team.
Nachhaltiges Palmöl und das Klima
Interview mit Dr. Jennifer Lucey, Ökologin an der Universität Oxford
Jennifer Lucey hat sich dem tropischen Regenwald verschrieben. Sie erforscht seit Jahren den Artenreichtum und die Ökosysteme der Wälder um den Äquator. Zu ihrem Forschungsprofil gehört auch die Wirkungsmessung der Anforderungen des RSPO.
Frau Lucey, nicht nur in Deutschland wird der Klimawandel diskutiert und wie sich Treibhausgasemissionen verhindern lassen. Schauen wir uns die Palmölplantage an: Wie werden dort Treibhausgasemissionen gemessen?
Um die Treibhausgasemissionen von Palmölplantagen zu messen, bedarf es einer sogenannten Lebenszyklusbewertung („life cycle assessment“). Dabei werden die einzelnen Schritte bzw. Bestandteile innerhalb der Lieferkette, die hauptsächlich zur Treibhausgasemissionsbildung beitragen, identifiziert und im Hinblick auf ihre Emissionswerte analysiert. In der Palmölproduktion sind das beispielsweise Rodung von Regenwald zur Landgewinnung, Düngernutzung oder die Entsorgung von Prozesswasser und Palmfruchthüllen der Mühlen. Neben CO2 werden dabei auch andere Treibhausgase produziert, jedoch werden in der Regel die Emissionen in kg CO2 Äquivalenten pro kg Palmöl wiedergegeben.
Der RSPO nutzt zur Messung einen Treibhausgas-Rechner. Wie funktioniert der – wo liegen die Grenzen?
Der „RSPO GHG Calculator“ ist ein Tool, das genau für diesen Vorgang im Palmölsektor entwickelt wurde. Mit Hilfe dieser Anwendung können Farmer die während der Palmölproduktion verursachten Treibhausgasemissionen schätzen lassen und dabei die jeweiligen Treibhausgasursachen ermitteln. Dies soll als Orientierung dienen, um genau diese Ursachen nachhaltig und langfristig reduzieren zu können. Letzten Endes ist es jedoch leider nicht möglich, jedes kleinste Detail der Lieferkette abzubilden. Darüber hinaus können keine spezifisch lokalen Begebenheiten berücksichtigt werden. Das heißt, die Ergebnisse des „RSPO GHG Calculators“ können lediglich eine Schätzung der tatsächlich emittierten Treibhausgase abbilden.
Unterscheidet dieser Rechner zwischen nachhaltigen und nicht – nachhaltigen Palmölplantagen?
Grundsätzlich wäre es möglich, die Emissionen nicht-zertifizierter Plantagen mit dem THG-Rechner zu berechnen. In der Praxis wird der Rechner jedoch nur bei RSPO-Plantagen angewendet. Deshalb haben wir keine Vergleichswerte. Wir können aber ganz grundsätzlich feststellen, dass auf RSPO-zertifizierten Plantagen 30 Prozent weniger Entwaldung stattfindet. Da Landnutzungsänderungen die Hauptursache für Treibhausgasemissionen sind, deutet dies darauf hin, dass RSPO in diesem Bereich gewisse positiven Auswirkungen hat.
Dr. Jennifer Lucey, Universität Oxford
Mit Blick auf Treibhausgas-Reduktionen: Könnten Sie uns eine ideale Palmölplantage beschreiben? Plus der dazugehörigen Lieferkette?
CO2-Neutralität wäre natürlich das Ideal. Dies würde bedeuten: keine Entwaldung oder Rodung von Mooren, eine wirksame Methangewinnung und Verwendung erneuerbarer Brennstoffe im Betrieb und eine verbesserte Energieeffizienz. Außerdem einen sorgfältigen Einsatz von Düngemitteln, die die Emissionen minimieren, sowie die Kompensation etwaiger erforderlicher Emissionen, z.B. über Waldrestaurierung. Einige Punkte sind realisierbar, andere nicht. Über die Lieferketten kann ich nicht so viel sagen, aber natürlich müssen die Transport- und Verarbeitungsemissionen minimiert und/oder ausgeglichen werden.
Wie wichtig ist das Thema Treibhausgasemissionen bei den Teilnehmern des Wertschöpfungsprozesses? Welchen Eindruck haben Sie?
Das spielt definitiv eine stärkere Rolle. Schauen sie sich einfach den RSPO P&C an. Dort erleben wir eine deutliche Stärkung des Klimaschutzes. Es darf nicht mehr auf Torf angebaut und schützenswerter Wald darf nicht für Palmöl geschlagen werden.
Menschenrechte und Palmöl
FONAP gibt Studie in Auftrag
Kinderarbeit, Vertreibungen, gefährliche Arbeitsbedingungen – dies sind nur einige Begriffe, die in Zusammenhang mit der Palmölproduktion fallen. Zertifizierungsstandards wie der Round Table of Sustainable Palm Oil RSPO adressieren viele menschenrechtliche Aspekte und zahlreiche Unternehmen haben mittlerweile eigene Menschenrechtsrichtlinien. Aber reicht das aus zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht der Unternehmen?
Um diese und andere Fragen näher zu beleuchten, widmet sich das Forum Nachhaltiges Palmöl FONAP in den nächsten Monaten noch intensiver dem Thema Menschenrechte und Palmöl.
Dafür arbeitet das FONAP mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte zusammen. In einer Studie wird das Institut erarbeiten, welche menschenrechtlichen Risiken in der Palmölwertschöpfungskette besonders relevant sind und wie Unternehmen diesen begegnen können. „Bisher gibt es zahlreiche Studien und Handreichungen - allerdings fehlen Erkenntnisse, die sich speziell auf Palmöl und die Palmöllieferkette beziehen, und diese Lücke wollen wir mit der Studie schließen“, sagt Carla Dohmwirth, Mitarbeiterin im FONAP-Sekretariat.
Die Mitglieder des Forums sollen Hilfestellungen für die Umsetzung der Anforderungen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) der Bundesregierung für den Bereich Palmöl erhalten. Mitgliedsunternehmen werden im gesamten Prozess der Erarbeitung der Studie eingebunden, um möglichst praxisrelevante Ergebnisse zu erzielen. Dazu werden auch Konsultationsworkshops angeboten. Erste Teilergebnisse der Studie werden auf der FONAP-Generalversammlung im Oktober 2019 in Berlin präsentiert.
Bio oder RSPO, oder beides?
FiBL-Studie zu nachhaltigem Palmöl
Die Vorteile von Palmöl sind bekannt: Die Ölpalme produziert höhere Erträge als vergleichbare Ölpflanzen. Palmöl ist geschmacksneutral, hitzestabil und in der Herstellung günstiger als konkurrierende Öle. Die Kehrseite: Die Produktion von Palmöl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die schnelle Expansion von Palmöl geht in vielen Fällen mit Entwaldung, Verlust an biologischer Vielfalt und Landbesitz einher.
Die nachhaltige Palmölproduktion greift diese Probleme auf – gehen Zertifizierungen weit genug und stellt gar der biologische Anbau die Lösung aller Probleme dar? Dieser Frage ging die Schweizer Sektion des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) nach. Finanziert wurde die Untersuchung von Coop und dem Schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Die FiBL-Experten haben acht Palmölproduzenten in Afrika und Südamerika untersucht: drei biologisch zertifizierte Unternehmen, die ebenfalls RSPO-zertifiziert sind. Einen Betrieb mit einer Bio- und Fairtrade-Zertifizierung. Drei Unternehmen ohne jegliche Zertifizierung und ein ausschließlich RSPO-zertifiziertes Unternehmen.
Die Ergebnisse zeigten klare Unterschiede in den "Nachhaltigkeitswirkungen" der besuchten Unternehmen. Die konventionellen Betriebe erzielten insgesamt viel weniger "Nachhaltigkeitspunkte", obwohl sie wichtiges Einkommen für viele Hundert (Klein-)Bauern im ländlichen Raum durch die Verarbeitung der lokal produzierten Palmfrüchte generieren. Während das ausschließlich RSPO-zertifizierte Unternehmen eine durchschnittliche Bewertung erhält, aufgrund des gängigen Einsatzes von Mineraldüngern und Herbiziden, erhalten alle biozertifizierten Unternehmen, die ebenfalls entweder Fairtrade- oder RSPO-zertifiziert sind, "gute" und "sehr gute" Bewertungen. Sie schneiden in allen vier Nachhaltigkeitsbereichen 'Landnutzung', 'Ölqualität', 'soziale Effekte' und 'ökologische Auswirkungen' hoch ab.
Gründe dafür seien die höher angesetzten Preise für die zuliefernden Bauern, wichtige soziale Investitionen und die Anwendung von umweltschonenden Praktiken.
Die Studie zeige aber auch, dass der RSPO-Standard einen interessanten Mehrwert zur Biozertifizierung darstellt. "Wir sehen, dass RSPO verschiedene Anforderungen hat, die gerade im Palmölanbau wichtig sind, aber durch die Biozertifizierung nicht abgedeckt sind", sagt Paul van den Berge, ebenfalls an der Studie beteiligter FiBL-Experte. "RSPO-Audits tragen dazu bei, dass Palmölerzeuger ihre Ölfruchtpreise transparent kommunizieren, in die Abgrenzung und die Überwachung von Schutzgebieten und Biodiversitätsflächen investieren und dass alle arbeitsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden – nicht nur für eigenes Personal, sondern auch für Angestellte von zuliefernden Bauern und Dienstleistungsfirmen."
Das FiBL bilanziert, dass biologisch erzeugtes Palmöl einen wichtigen Beitrag leisten könne in der nachhaltigen Entwicklung von ländlichen Regionen in den Tropen. Denn Ölpalmen benötigten 2½- bis 5-mal weniger Land als jede andere Ölpflanze, um die gleiche Menge an Öl zu produzieren.
Europäischer Aufruf zu 100 Prozent nachhaltigem Palmöl
EPOA startet Kampagne Sustainable Palm Oil Choice
Die Zeit tickt unerbittlich herunter. Ziemlich genau anderthalb Jahre bleiben Europa noch, um ausschließlich auf nachhaltig zertifiziertes Palmöl zu setzen. Im Rahmen der Amsterdam Deklaration hatte sich neben Frankreich, den Niederlanden unter anderem auch Deutschland dazu verpflichtet. Auf dem jährlichen Sustainable Palm Oil Dialogue im niederländischen Utrecht startete deshalb die europäische Palmöl Allianz EPOA am 14.06.2019 die Kampagne Sustainable Palm Oil Choice (SPOC).
Nachhaltiges Palmöl soll zur ersten Wahl werden! Teilnehmer der Initiative sind neben Unternehmen wie Cargill oder Fedepalma, Organisationen wie Solidaridad, Orangutan Land Trust auch das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP).
EPOA-Vorsitzender Frans Claassen unterstrich in Utrecht, „dass wir Unternehmen, Händler und auch Konsumenten dahingehend unterstützen müssen, nur noch nachhaltiges Palmöl zu verwenden bzw. zu kaufen. Und wir schaffen das, indem wir die Wahrheit über nachhaltiges Palmöl sagen.“ Nachhaltigkeit sei gleichzusetzten mit Schutz von Regenwäldern und Biodiversität, so Claassen weiter.
Michelle Desilets vom Orangutan Land Trust pflichtet ihm bei: „Ich arbeite seit über 25 Jahren als Umweltaktivistin. Meine Herzensangelegenheit ist das Wohl der Orang-Utans. Blanker Palmölboykott wie zuletzt von einem britischen Einzelhändler gefordert, verurteilen wir. Wir setzten uns vielmehr ein für 100 Prozent nachhaltiges Palmöl in Europa.“
Michelle Desilets vom Orangutan Land Trust in Utrecht
Im Zentrum der Kampagne steht ein Imagewandel. Die Vorteile von nachhaltig zertifiziertem Palmöl sollen in den Mittelpunkt gerückt werden und damit vor allem Handel und Produzent überzeugt werden. Weitere Boykottaufrufe oder ein Hinwenden zu anderen, weniger effektiven Pflanzenölen, soll damit vermieden werden.
Flankiert wird die neue Initiative durch einen aufwendig gestalteten Webauftritt, der die einzelnen Organisationen und Unternehmen in ihrem Streben nach nachhaltigem Palmöl portraitiert. Sustainable Palm Oil Choice freut sich über weitere Teilnehmer.
RSPO an der Spitze
Vergleich der Zertifizierungssysteme
Die niederländische Sektion der Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) bescheinigt dem Roundtable of Sustainable Palm Oil die besten Noten unter den Palmöl-Zertifizierungssystemen. Die IUCN hat die führenden Nachhaltigkeitsstandards für Palmöl untersucht. Kriterien waren die Reduktion von Verlust an Biodiversität, Rückgewinnung von natürlichen Lebensräumen und Rückverfolgbarkeit. Der Bericht enthält auch Empfehlungen an Palmöl-Unternehmen, wie sie die Standards implementieren. Verglichen wurden SAN Sustainable Agriculture Network, International Sustainability and Carbon Certification ISCC und der malaysische MSPO und indonesische Standard ISPO. Der RSPO schnitt besonders gut ab bei Erhalt der biologischen Vielfalt als auch bei der Rückverfolgbarkeit. Der Generaldirektor des RSPO, Datuk Darrel Webber, freut sich über die Ergebnisse der Studie: „Das ist ein klares Signal an alle Unternehmen, auf den RSPO bauen zu können. Und die Studie gibt uns gute Hinweise, wie wir unseren Standard noch weiter verbessern können.“
Die gesamte Studie finden Sie hier.
Bundesregierung: Immer mehr Palmöl
Grüne setzen auf Zertifikate
Die Bundesregierung rechnet mit einer Ausweitung der globalen Palmölproduktion und befürchtet eine weitere Vernichtung von Regenwäldern. „Aufgrund der nahezu konkurrenzlosen Erträge wird das Interesse am Anbau von Palmöl eher noch zunehmen und sich auch in weiteren Ländern der Tropen ausweiten“, heißt es in einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen- Bundestagsfraktion. Es sei deshalb wichtig, Anbaumethoden durchzusetzen, die keine Abholzung von Regenwäldern erfordern, so das Ministerium. Die Bundesregierung setzt deshalb auffreiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen zur ausschließlichen Nutzung nachhaltigem Palmöls. Nachhaltig bedeutet, dass zum Beispiel Palmölplantagen nicht mehr auf schützenswerten Waldflächen angebaut werden dürfen. Deutsche Unternehmen entschieden sich zunehmend für Nachhaltigkeit. Die FONAP-Studien belegten, „dass der Anteil an nachhaltig zertifiziertem Palm(kern)öl in den letzten Jahren gestiegen ist.“, so die Regierung.
Die Grünen fordern unterdessen einen EU-weiten Importstopp für Palmöl, das auf früheren Regenwaldflächen angebaut wurde. „Wir brauchen eindeutige Zertifikate über die ökologische und soziale Nachhaltigkeit des verwendeten Palmöls sowie volle Transparenz und Rückverfolgbarkeit in den Lieferketten“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin undnaturschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Steffi Lemke. Außerdem müsse die Bundesregierung eine Strategie dafür vorlegen, wie der Verbrauch von Palmöl insgesamt reduziert werden könne.
Das meiste Palmöl wird in Indonesien und Malaysia produziert, gefolgt von Thailand und Kolumbien. Mehr als die Hälfte des nach Deutschland importierten Palmöls wird laut der FONAP-Studie zum Palmölmarkt 2017 für die Produktion von Biodiesel genutzt.
Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin, GRÜNE
Das komplette Statement von Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin, zu Palmöl:
„Das Ausmaß des Palmölverbrauchs in Deutschland ist enorm. Doch mit der Palmölnutzung gehen gravierende Probleme einher - großflächige Regenwaldzerstörung mit massiven Klimaschäden und der Verlust von Biodiversität.Palmöl aus Regenwaldzerstörung hat in unseren Supermarktregalen nichts zu suchen. Wir brauchen einen klaren Rechtsrahmen, der zerstörerisches Palmöl vom deutschen und europäischen Markt fernhält. Auch in der öffentlichen Beschaffung hätte die Bundesregierung hier bereits deutliche Zeichen setzen können. Darüber hinaus brauchen wir eine Reduktionsstrategie für den Verbrauch von Palmöl in allen Sektoren. Die Bundesregierung muss nach der vollmundigen Ankündigung „100% nachhaltiges Palmöl bis 2020“ endlich handeln und sich für einen Importstopp von Palmöl aus Regenwaldzerstörung in die EU einsetzen. Wir brauchen eindeutige Zertifikate über die ökologische und soziale Nachhaltigkeit des verwendeten Palmöls sowie volle Transparenz und Rückverfolgbarkeit in den Lieferketten.“
Streit ums Palmöl
Französische Bauern wollen eigene Öle verkaufen
Der Ölkonzern Total hat Anfang Juli mit der Produktion von Biotreibstoffen in einer der größten Bioraffinerien Europas begonnen. Die Anlage steht in La Mède nahe Marseille. Demnach können dort jährlich 500.000 Tonnen "Biodiesel" und "Biojet" für Flugzeuge hergestellt werden. Wegen der geplanten Einfuhr von Palmöl liefen Bauern und Umweltaktivisten Sturm gegen die Raffinerie.
Biotreibstoffe werden unter anderem aus Pflanzenöl wie etwa Palmöl gewonnen. Letzteres machen Umweltschützer für die massive Vernichtung von Wäldern vor allem in Südostasien verantwortlich. Total hat angekündigt, jährlich bis zu 300.000 Tonnen Palmöl importieren zu wollen - zum großen Ärger auch der französischen Raps- und Sonnenblumenbauern. Total sagte ferner zu, pro Jahr mindestens 50.000 Tonnen französisches Rapsöl zu verwenden.
In der Raffinerie sollen Biotreibstoffe auf verschiedener Basis gewonnen werden: 60 bis 70 Prozent sollen durch die Umwandlung von Pflanzenölen etwa aus Raps, Sonnenblumen, Soja, Palmen und Mais hergestellt werden. Die restlichen 30 bis 40 Prozent sollen aus tierischen Fetten und Speiseöl produziert werden. Die größte französische Bauerngewerkschaft fordert ein Verbot von Palmöleinfuhren.
PRESSESCHAU
Deutschlandfunk – 16.06.2019
Schutz der Regenwälder - Wenig Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl
Spektrum der Wissenschaft - 06.07.2019
Naturschützer kaufen Plantage - Wie aus einer Monokultur von Ölpalmen in kurzer Zeit wieder ein Urwald entstehen soll
Agrarheute.de – 20.06.2019
Verdrängt Palmöl immer mehr Rapsöl in Biodiesel? Das Tropenöl war zeitweise günstiger als Dieselkraftstoff
https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/guenstiges-palmoel-macht-raps-probleme-554609
Freemalaysiatoday.com - 09.07.2019
Government pushing for 100% sustainably-produced palm oil by 2020, says minister
Malaymail.com - 08.07.2019
Malaysia to draw up strategies to combat anti-palm oil campaign, says deputy minister
Innovation Forum – 12.06.2019
Are there really any alternatives to palm oil?
https://www.innovationforum.co.uk/articles/are-there-really-any-alternatives-to-palm-oil
NEWSLETTER 1/2019
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser,
etwa 50 Prozent des in die EU importierten zertifizierten Palmöls landen in Biodieselkraftstoff. In Brüssel soll nun final beschlossen werden, wie weiter mit Palmöl im Tank umgegangen werden soll! Konkret geht es um die Umsetzung der Richtlinie für Erneuerbare Energien (Renewable Energy Directive RED II). Eigentlich sollte bis 2030 Palmöl in Dieselkraftstoff verboten sein. Den Stand der Verhandlungen und welche Kritik der Gesetzesentwurf nach sich zieht, erfahren Sie hier im Newsletter.
Außerdem lesen Sie über den Wahlkampf in Indonesien und was die Präsidentschaftsbewerber mit Palmöl vorhaben. Das Projekt European Sustainable Palm Oil (ESPO) legt seinen dritten Jahresbericht vor und Greenpeace beklagt die Zahlungsmoral von Palmölkonzernen – nachdem diese zu Strafzahlungen verurteilt wurden. Zum Schluss ein Auszug aus einer Reportage: Palmöl, Flucht und Wiederkehr in Guatemala.
Und noch diese Erinnerung: Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen in Sachen Palmöl, folgen Sie uns bitte auf Twitter unter FONAP_DE.
Viel Spaß beim Lesen!
Wie weiter mit Palmöl in Biodiesel?
Kritik an EU-Plänen
Wie geht es weiter mit Palmöl im Dieseltank? Die EU-Kommission will Palmöl bis 2030 als Biokraftstoff verbieten. Kritiker zweifeln jedoch am Entscheidungswillen der Kommission. Druck kommt auch aus Asien.
Auf der einen Seite betont die EU-Kommission, dass Palmöl zum Waldverlust beiträgt. Auf der anderen Seite lässt der Gesetzesentwurf der Kommission Ausnahmen zu. So sehen es zumindest die Kritiker von Palmöl in Biodiesel. Diese rufen dazu auf, bis zum 8. März Protest einzureichen. Bis dahin kann die Öffentlichkeit die Vorschläge der Kommission kommentieren.
Grundsätzlich gilt im vorliegenden Gesetzesvorschlag: Als schädlich eingestufte Pflanzenöle - für deren Produktion Naturwald gerodet wird - sollen bis spätestens 2030 aus den Tanks verschwinden. Zwei Stufen sind vorgesehen: Bis 2023 dürfen nicht mehr Volumina dieser Öle beigemischt werden als im Referenzjahr 2019. Und von 2023 an bis 2030 soll dann die Beimischung auf null gesenkt werden. Soweit auch der Konsens.
Kritiker sehen im vorliegenden Gesetzentwurf aber Schlupflöcher, so dass Palmöl auch nach 2030 Verwendung für die Herstellung von Biodiesel finden könnte. Diese Schlupflöcher entstünden durch geplante Ausnahmeregelungen für Palmöl von Kleinerzeugern. Dieses Palmöl könne nach dem Vorschlag der EU-Kommission weiter als Rohstoff mit einer geringen Gefahr indirekter Landnutzungsänderungen zertifiziert werden. Dies wäre vor allem bei Kleinbauern gewährleistet. „Es ist absurd, einem Rohstoff wie Palmöl einmal ein hohes und einmal ein niedriges Risiko indirekter Landnutzungsänderungen zuzuschreiben“, kritisiert zum Beispiel Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes. Gleichzeitig verweist der Präsident auf die schwierige wirtschaftliche Lage der heimischen Biokraftstoffproduzenten, auch wegen der billigen Palmölkonkurrenz.
Auch aus Asien erntet die EU erneut Kritik. Die Hauptproduktionsländer von Palmöl - Malaysia und Indonesien - kritisieren die Ausstiegspläne bis 2030. Indonesien hat damit gedroht, Brüssel bei der Welthandelsorganisation zu verklagen. Malaysia hingegen erwägt, die Einfuhr französischer Produkte einzuschränken. Paris hat sich - genauso wie Norwegen - dazu entschieden, bereits bis 2020 Palmöl von der Liste der Biokraftstoffe zu streichen.
Wahlkampf in Indonesien
Energieautarkie mit Palmöl
Am 17. April sind 190 Millionen Indonesier aufgerufen, ihre Stimme bei der Präsidentenwahl abzugeben. Ein wichtiges Thema im Wahlkampf ist Palmöl. Das soll nach Willen der Präsidentschaftskandidaten Diesel als Treibstoff ablösen - zu 100 Prozent - um teure Ölimporte durch die größte Volkswirtschaft Südostasiens zu reduzieren.
In einer im Fernsehen übertragenen Wahldebatte sagte Präsident Joko Widodo: Sollte er eine zweite Amtszeit gewinnen, dann plane er die Umsetzung des B100-Programms. Dieses zielt auf die Verwendung eines Kraftstoffes, der vollständig aus Palmöl hergestellt wird. In dem Zusammenhang verwies der Präsident darauf, bereits im vergangenen Jahr die Verwendung von Biodiesel mit 20 Prozent Palmöl (B20) durchgesetzt zu haben. Und der Anteil solle weiter steigen!
“Wir hoffen, dass 30 Prozent der gesamten Palmproduktion für Biokraftstoff verwendet werden. Der Plan ist klar, also werden wir uns nicht auf importiertes Öl verlassen”, sagte Widodo und betonte noch einmal, dass die indonesische Rohpalmölproduktion 46 Millionen Tonnen pro Jahr erreicht habe.
Sein Gegner Prabowo Subianto stimmt der Bedeutung der Bioenergie für die Selbstversorgung zu und sagte, wenn er gewählt würde, würde er auch “die Verwendung von Palmöl, Palmzucker, Maniok und Ethanol aus Zucker (Rohr) fördern”.
Der Herausforderer hat seinen Bioenergieplan noch nicht veröffentlicht. Aber seine Kampagne macht sich dafür stark, Millionen von Hektar degradiertes Land zu nutzen, um Palmöl und Zucker zur Energiegewinnung anzubauen.
Die Regierung von Widodo hat bereits erklärt, dass sie Anreize für Entwickler von B100 bieten würde. Das hehre Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren die Treibstoffimporte ersetzen zu können.
Der indonesische staatliche Energiekonzern PT Pertamina hat mit dem italienischen Ölkonzern Eni bereits eine Vereinbarung über die Entwicklung einer Raffinerie in Indonesien unterzeichnet. Diese soll Kraftstoff produzieren, der vollständig aus Rohpalmöl gewonnen wird.
Report: 25 Prozent fehlen noch
ESPO mahnt zu Eile
Das Projekt European Sustainable Palm Oil (ESPO) hat seinen dritten Jahresbericht vorgelegt. In ihrer europaweiten Studie „Choosing sustainable Palm Oil“ ziehen die Autoren eine gemischte Bilanz. Auf der einen Seite seien 99 Prozent des in Europa importierten Palmöls bis zur Ölmühle rückverfolgbar. Auch seien 84 Prozent des gesamten Palmöls nachhaltig. Das heißt, für den Anbau würde weder entwaldet oder Torfboden geopfert noch würden Sozialstandards umgangen. Europaweit seien 74 Prozent des Palmöls in der Lebensmittelproduktion RSPO-zertifiziert.
Doch, um das 2020-Ziel zu erreichen, müsste dringend die Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl in der gesamten Wertschöpfungskette erhöht werden. Es blieben nur noch zwei Jahre Zeit, um den Import von nachhaltigem Palmöl deutlich zu steigern und um die Lücke von 25 Prozent bei der Verwendung in Lebensmitteln zu schließen, so die Autoren. Das Ziel sind 100 Prozent nachhaltiges Palmöl bis 2020.
Hinter dem Report stehen die niederländische IDH (The Sustainable Trade Initiative) und MVO (Verband der niederländischen Speiseöl- und Fettindustrie). Beide gründeten 2015 das europäische Projekt für nachhaltiges Palmöl (ESPO).
Der jetzt vorliegende Report gleicht die Daten von zehn europäischen Ländern ab. Für die Erhebungen aus Deutschland nutzten die Autoren die FONAP-Studie „Der Palmölmarkt in Deutschland 2017“. Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland in einigen Bereichen im oberen Mittelfeld. Besonders bei der Verwendung von nachhaltigem Palmöl bei Lebensmitteln. Hier liegt der Wert in Deutschland laut der letzten FONAP-Studie bei 85 Prozent, europaweit bei 74 Prozent. Im Gegensatz zu dem ESPO-Bericht werden in der FONAP-Studie alle Industriesektoren der Palmölverwendung betrachtet. Es findet kein ausschließlicher Fokus auf Lebensmittel statt.
Palmöl-Unternehmen zahlen Strafen nicht
Recherche von Greenpeace Indonesien
Indonesische Palmöl-Unternehmen verweigern nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace Entschädigungszahlungen in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden Dollar (1,15 Milliarden Euro).
Die Firmen - allen voran der Konzern Merbau Pelalawan Lestari - seien wegen der schweren Brände im Jahr 2015 von Zivilgerichten zu den Zahlungen verurteilt worden. "Aber kein einziges Unternehmen hat bis heute Entschädigung für seine Rolle in dieser Katastrophe gezahlt.", so Greenpeace Indonesien. Greenpeace überprüfte elf Gerichtsverfahren gegen Palmöl- und Papierunternehmen in den Jahren 2011 bis 2018. Kein einziges dieser Verfahren habe zu einer Entschädigungszahlung geführt.
Wegen der stark gestiegenen Nachfrage auf dem Weltmarkt breiteten sich die Palmölplantagen auf der indonesischen Insel Sumatra sowie den indonesischen Teilen von Borneo und Neuguinea in den vergangenen Jahren enorm aus. Wälder würden dafür gerodet und der Lebensraum vieler bedrohter Tierarten sei zerstört.
Illegale Brandrodungen lösen zudem alljährlich riesige Waldbrände aus. Die Rauchschwaden führen wahrscheinlich auch zu einer höheren Sterblichkeitsrate in der Region. US-Studien zufolge starben mehr als 100.000 Menschen eines frühzeitigen Todes wegen der verheerenden Brände im Jahr 2015.
Guatemala: Palmöl, Flucht und ungewisse Rückkehr
Auszug Reportage
Guatemala ist ein Leichtgewicht unter den palmölproduzierenden Ländern. Politik und Wirtschaft wollen das ändern und aus dem armem mittelamerikanischen Land einen ernstzunehmenden Palmölexporteur machen.
Die Kleinbauern in den entlegenen Provinzen wittern Morgenluft und verkaufen ihr Land unter anderem an große Palmölkonzerne. Die Krux dabei beschreibt Cesar Castro, Bürgermeister der Provinzstadt Raxruha: „Das Geld, was die Leute für ihr Land bekommen, geben sie den Menschenschmugglern. Ihr Ziel ist es Guatemala in Richtung USA zu verlassen. Und wenn ihre Flucht dann gescheitert ist, kommen sie zurück und finden noch mehr Armut vor.“
50.000 Guatemalteken wurden 2018 an der Grenze zwischen Mexiko und den USA gefasst. Doppelt so viele wie noch im Vorjahr. Besonders viele Familien machten sich auf den Weg; Schmuggler behaupten besonders mit Kindern wäre der Eintritt in die USA einfacher.
Diejenigen, die nach gescheiterter Flucht in ihre Heimat Guatemala zurückkehren, haben es doppelt schwer. Ihr Geld ging an die Schmuggler und ihr Land ist verkauft.
Viele Rückkehrer heuern dann auf den Palmölplantagen an. Die Arbeitszeiten betrügen zwölf Stunden, zuzüglich der beschwerlichen Anfahrtswege. Außerdem würde auf den Plantagen unter dem Mindestlohn bezahlt. Der liegt bei 90 Quetzal (ca. 11 US$) pro Tag.
Der Nationale Rat für Vertriebene setzte bei Cargilll immerhin einen Lohn von 91 Quetzal durch. Andere Unternehmen bezahlten noch immer unter Tarif – so der Rat.
Palmölexporte haben sich in Guatemala in den letzten 10 Jahren auf 727.000 Tonnen versiebenfacht. Ob davon viel bei der ländlichen Bevölkerung angekommen sei, wird kontrovers diskutiert. Ob also Palmöl eher ein Fluch oder ein Segen ist. Einige behaupten, sie seien von den großen Unternehmen zum Verkauf ihrer Ländereien gezwungen worden. Andere, wie der Lehrer Lemus, sagen: „Es gibt wilde Spekulationen um das Thema, ob man gezwungen worden sei, sein Land zu verkaufen. Ich glaube nicht daran. Viele hatten ihre eigenen Beweggründe.“ Ein Hauptbeweggrund ist offenbar die Flucht in die USA.
Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung dieser Reuters Reportage von Sofia Menchu.
https://www.reuters.com/article/us-usa-immigration-border-guatemala-idUSKCN1P00IU
PRESSESCHAU
20 Minuten 21.02.2019
„Migros will mittels Blockchain-Technologie die Herkunft von Rohstoffen überprüfen. Auch Konsumenten sollen das künftig tun können.“
https://www.20min.ch/finance/news/story/Migros-will-Palmoel-per-Blockchain-rueckverfolgen-22327143
The Guardian 19.02.2019
“It’s the miracle ingredient in everything from biscuits to shampoo. But our dependence on palm oil has devastating environmental consequences. Is it too late to break the habit?“
Handelsblatt 12.02.2019
„Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) droht deutschen Firmen mit empfindlichen Strafen in Deutschland, wenn sie ihre Lieferanten aus Entwicklungsländern nicht zu fairen Arbeitsbedingungen und dem Einhalten von Umweltstandards zwingen.“
Internet-Nachrichtenagentur 11.02.2019
„Das BMEL unterstützt deshalb die Aktivitäten der Gemeinschaftsinitiative „Forum Nachhaltiges Palmöl“, die sich in enger Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern für nachhaltige Anbauverfahren und faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Herstellungs- und Lieferkette einsetzt.“
https://www.inar.de/nachhaltige-erzeugung-ist-besser-als-palmoel-verzicht/
Science Daily 03.01.2019
Recordings of the sounds in tropical forests could unlock secrets about biodiversity and aid conservation efforts around the world
https://www.sciencedaily.com/releases/2019/01/190103185537.htm
ODER
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier. |
||
|
||
![]() |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/ |
Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird. |
![]() |
Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe |
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier. |
||
|
||
![]() |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/ |
Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird. |
![]() |
Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe |
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier. |
||
|
||
![]() |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/ |
Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird. |
![]() |
Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe |
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier. |
||
|
||
![]() |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/ |
Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird. |
![]() |
Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe |
Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird, klicken Sie bitte hier. |
||
|
||
![]() |
||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier. |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl e.V. | Geschäftsstelle Berlin c/o Repräsentanz der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Telefon: +49 228 4460-3517 | E-Mail: Sekretariat@forumpalmoel.org | Web: www.forumpalmoel.org/ |
Bitte klicken Sie hier falls der Newsletter nicht richtig angezeigt wird. |
![]() |
Die Förderung des Projektes erfolgt/e durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe |
Sekretariat Forum Nachhaltiges Palmöl
c/o GIZ GmbH
Friedrich-Ebert-Allee 32+36
D-53113 Bonn
+49 228 4460-1346
E-Mail schreiben
LinkedIn
Youtube
Twitter