Öffentliche Selbstverpflichtung für nachhaltiges Palmöl

Selbstverpflichtung

Die Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl haben eine öffentliche Selbstverpflichtung abgegeben und verwenden ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie deren Derivate und Fraktionen in Ihren Produkten. Mitglieder wie Nichtregierungsorganisationen, Verbände oder Beratungsunternehmen, die kein Palm(kern)öl verarbeiten, verpflichten sich, stets im Sinne einer möglichst baldigen Zielerreichung zu handeln. Zentrales Instrument des Forums Nachhaltiges Palmöl zur Verwirklichung des Satzungszwecks des FONAP e.V. ist die Selbstverpflichtung.

Die Selbstverpflichtung des FONAP umfasst drei Säulen:

  1. Die Umstellung auf nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie Fraktionen und Derivate,
  2. Lieferantendialoge zu den Themen Rückverfolgbarkeit und Erreichung der Zusatzkriterien
  3. sowie eine detaillierte Berichterstattung zur Zielerreichung.

Das bedeutet im Detail:

Alle Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) nutzen „100 % nachhaltig zertifiziertes Palmöl“ nach den vom FONAP anerkannten Zertifizierungssystemen RSPO, ISCC+, RSB und Rainforest Alliance.

 

Konkret verpflichten sich die Mitglieder des Forum Nachhaltiges Palmöl e.V.:

  • Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl (ohne Fraktionen und Derivate) zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption segregiert (SG) einzukaufen.
  • Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmkernöl (ohne Fraktionen und Derivate)
    • zu 100 % mindestens in der Lieferkettenoption Mass-Balance (MB) einzukaufen,
    • spätestens ab dem 1.1.2018 zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption Segregiert (SG) einzukaufen.

Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl oder Palmkernöl umfasst auch in Zutaten anteilig befindliches reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl oder Palmkernöl etwa in Cremes oder Mischfetten.

  • Fraktionen und Derivate (unabhängig ob palmöl- oder palmkernölbasiert)
    • zu mindestens 50% zumindest in Mass Balance einzukaufen,
    • ab dem Jahr 2020 100% zumindest in Mass Balance einzukaufen.
      • Abweichungen davon sind im non-food Bereich zulässig, sofern die mangelnde Verfügbarkeit plausibel dargestellt werden kann und ein Maßnahmenplan zur Zielerreichung vorgelegt wird. Eine ausführliche schriftliche Begründung ist erforderlich. Es wird empfohlen die Mengen, die nicht in der Lieferkettenoption MB, SG oder IP gekauft wurden, durch den Kauf einer entsprechenden Anzahl von Kleinbauernzertifikaten auszugleichen.  

Bei der Umstellung von Derivaten auf Mass Balance ist der Palmöl- oder Palmkernölanteil im Derivat relevant. Für den Bereich der Fraktionen und Derivate müssen für die verbleibenden Mengen nach wie vor Zertifikate nach Book and Claim genutzt werden. Das FONAP betrachtet Book and Claim als Übergangsmodell, das genutzt werden kann, um den Übergang auf die physische Lieferung zu gestalten. Das FONAP hält in diesem Zusammenhang die Nutzung von off-market deals, die schon FONAP-Zusatzkriterien erfüllen, für erwünscht. Die Nutzung von Zertifikaten unabhängiger Kleinbauern (I.S.-Zertifikate) bleibt in allen Fällen möglich und reduziert die Verpflichtungen bei Mass Balance (MB) und Segregiert (SG) Volumen in gleichem Maße.

Die Selbstverpflichtung der Mitglieder, die selbst produzieren, umfasst die Umstellung aller Produktionsstätten in der D-A-CH-Region. Verkauft das Mitglied in D-A-CH mehr als es hier produziert, muss es die Differenz der Produktionsstätten außerhalb von D-A-CH ausgleichen. Für Handelshäuser bezieht sich diese Selbstverpflichtung auf alle Eigenmarken, die im Auftrag der jeweiligen Handelsunternehmen für den Verkauf in der D-A-CH-Region produziert werden.

Nichtregierungsorganisationen, Verbände, Dienstleister – wie z.B. die Zertifizierungsunternehmen – sowie die Bundesregierung verpflichten sich, durch ihr Handeln dazu beizutragen, dass möglichst bald die FONAP Ziele erreicht werden.

1. Selbstverpflichtung ordentliche Mitglieder

Die Selbstverpflichtung des FONAP für ordentliche Mitglieder umfasst drei Säulen:

  1. Die Umstellung auf nachhaltig zertifiziertes Palmöl, Palmkernöl sowie Fraktionen und Derivate,
  2. Lieferantendialoge zu den Themen Rückverfolgbarkeit und Erreichung der Zusatzkriterien
  3. sowie eine detaillierte Berichterstattung zur Zielerreichung.

Das bedeutet im Detail:

Alle Mitglieder des Forums Nachhaltiges Palmöl (FONAP) nutzen „100 % nachhaltig zertifiziertes Palmöl“ nach den vom FONAP anerkannten Zertifizierungssystemen RSPO, ISCC+, RSB und Rainforest Alliance.

 

Konkret verpflichten sich die Mitglieder des Forums  Nachhaltiges Palmöl e.V.:

  • Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl (ohne Fraktionen und Derivate) zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption segregiert (SG) einzukaufen.
  • Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmkernöl (ohne Fraktionen und Derivate)
    • zu 100 % mindestens in der Lieferkettenoption Mass-Balance (MB) einzukaufen,
    • spätestens ab dem 1.1.2018 zu 100% mindestens in der Lieferkettenoption Segregiert (SG) einzukaufen.

Reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl oder Palmkernöl umfasst auch in Zutaten anteilig befindliches reines raffiniertes und nicht-raffiniertes Palmöl oder Palmkernöl etwa in Cremes oder Mischfetten.

  • Fraktionen und Derivate (unabhängig ob palmöl- oder palmkernölbasiert)
    • zu mindestens 50% zumindest in Mass Balance einzukaufen,
    • ab dem Jahr 2020 100% zumindest in Mass Balance einzukaufen.
      • Abweichungen davon sind im non-food Bereich zulässig, sofern die mangelnde Verfügbarkeit plausibel dargestellt werden kann und ein Maßnahmenplan zur Zielerreichung vorgelegt wird. Eine ausführliche schriftliche Begründung ist erforderlich. Es wird empfohlen die Mengen, die nicht in der Lieferkettenoption MB, SG oder IP gekauft wurden, durch den Kauf einer entsprechenden Anzahl von Kleinbauernzertifikaten auszugleichen.  

Bei der Umstellung von Derivaten auf Mass Balance ist der Palmöl- oder Palmkernölanteil im Derivat relevant. Für den Bereich der Fraktionen und Derivate müssen für die verbleibenden Mengen nach wie vor Zertifikate nach Book and Claim genutzt werden. Das FONAP betrachtet Book and Claim als Übergangsmodell, das genutzt werden kann, um den Übergang auf die physische Lieferung zu gestalten. Das FONAP hält in diesem Zusammenhang die Nutzung von off-market deals, die schon FONAP-Zusatzkriterien erfüllen, für erwünscht. Die Nutzung von Zertifikaten unabhängiger Kleinbauern (I.S.-Zertifikate) bleibt in allen Fällen möglich und reduziert die Verpflichtungen bei Mass Balance (MB) und Segregiert (SG) Volumen in gleichem Maße.

Die Selbstverpflichtung der Mitglieder, die selbst produzieren, umfasst die Umstellung aller Produktionsstätten in der D-A-CH-Region. Verkauft das Mitglied in D-A-CH mehr als es hier produziert, muss es die Differenz der Produktionsstätten außerhalb von D-A-CH ausgleichen. Für Handelshäuser bezieht sich diese Selbstverpflichtung auf alle Eigenmarken, die im Auftrag der jeweiligen Handelsunternehmen für den Verkauf in der D-A-CH-Region produziert werden. Nichtregierungsorganisationen, Verbände, Dienstleister wie Zertifizierungsunternehmen  sowie die Bundesregierung verpflichten sich, durch ihr Handeln zur Zielerreichung des FONAP beizutragen.

Nichtregierungsorganisationen, Verbände, Dienstleister – wie z.B. die Zertifizierungsunternehmen – sowie die Bundesregierung verpflichten sich, durch ihr Handeln dazu beizutragen, dass möglichst bald die FONAP Ziele erreicht werden.

2. Selbstverpflichtung Supporter

Supporter des FONAP verpflichten sich in ihrer Selbstverpflichtung:

  • zur Förderung von nachhaltigen Ölpalmprodukten, insbesondere als deren Botschafter und für das FONAP
  • Mitglieder bei der Erfüllung der Selbstverpflichtung – inklusive der Zusatzkriterien – zu unterstützen
  • jährlich den Anteil zertifizierter Ware belegbar und ambitioniert zu erhöhen bzw. ihr Angebot zertifizierter Ware entsprechend auszuweiten, z. B. durch

    a) mehr Einkauf als Verkauf zertifizierter Ware und/oder
    b) kontinuierliche Ausweitung des Angebots verschiedener Produkte in zertifizierter Form und/oder
    c) Komplettumstellung auf zertifizierte Ware und/oder
    d) Zertifizierung einer steigenden Anzahl von Produktionsstandorten
  •  sich an einem Projekt zur Umsetzung/Förderung von Sozial- oder Umweltaspekten in Bezug auf nachhaltigen Ölpalmanbau zu beteiligen (z. B. Förderung eines eigenen Projekts in Anbauländern, Beteiligung am FONAP-Projekt, Bezug von Ware aus bestehenden Projekten u. ä. In begründbaren Fällen zählt hierzu auch der Kauf von Independent Smallholder Credits).

Die Supporter sind sich einig, dass die vom FONAP anerkannten Zertifizierungssysteme Mindeststandards sind, diese sich jedoch weiter verbessern müssen. Daher streben die Supporter an, die folgenden FONAP-Zusatzkriterien in ihre Lieferketten zu integrieren:

  • Stopp des Anbaus auf Torfböden
  • Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen
  • Stopp der Nutzung gefährlicher Pestizide
  • Verarbeitung von fresh-fruit bunches nur aus legalem Anbau (der genaue Wortlaut nachzulesen unter http://www.forumpalmoel.org )

Um dies zu erreichen, setzen sich Supporter für eine Rückverfolgbarkeit des genutzten Palmöls, Palmkernöls und entsprechender Derivate zumindest bis auf Ebene der Mühlen, idealerweise jedoch bis auf die Ebene der einzelnen Plantagen, ein.

Spezifisch werden die Supporter:

  • Für die Rückverfolgbarkeit der Ware bis zur Plantage/Mühle darüber Angaben machen, wie viel Prozent ihrer Ware sie bis zur Plantage zurückverfolgen können (vertrauliche Information für das Sekretariat). Dieser Prozentsatz soll sich jährlich erhöhen. Mit ihren Lieferanten bzw. mit Mühlen und/oder Plantagenbesitzern Maßnahmenpläne zur Umsetzung der Zusatzkriterien erarbeiten, wie z. B. Zeitpläne zur Renaturierung auslaufender Plantagen auf Torfböden, Treibhausgasreduktionsziele, jährliche Erhöhung des Anteils von Ölpalmfrüchten aus legalem Anbau, Stopp der Nutzung hochgefährlicher Pestizide usw.
  • Die Ziele und Forderungen, die sich aus den vereinbarten Maßnahmenplänen ableiten lassen, in der Lieferkette up- und downstream kommunizieren.